Die Friendenstaube von Picasso

Picassos Friedenstaube als Symbol der Hoffnung

Im Jahr 1949 schuf Pablo Picasso für den Pariser Weltfriedenskongress seine Friedenstaube: eine Lithografie. Picassos Tochter, die am Tage des Kongresses geboren wurde, erhielt den Namen Paloma, was im Spanischen Frieden bedeutet. Sechs Jahre später sollte Picasso für seine Darstellung der Taube den Weltfriedenspreis erhalten. Die Taube besteht lediglich aus vier schwungvollen Linien und einem Punkt, der das Auge darstellt. In ihrem Schnabel trägt sie einen Ölzweig. Nach alttestamentarischer Überlieferung, hieran habe sich Picasso orientiert, zeugt der Ölzweig von Hoffnung und vom Ende der Entbehrungen.
Ein Land, dessen Bewohner ein solches Ende lange herbeisehnten, ist Israel. Sieben Wochen dauerten die jüngsten Gefechte zwischen Palästinensern und Israel an.
Das Ende des Konfliktes im Gazastreifen?

In der internationalen Presse wurde wieder einmal Bilanz gezogen. Ende Juli seien bereits mehr als 50 Israelis ums Leben gekommen und mindesten 1300 Palästinenser, hauptsächlich Zivilbevölkerung, so berichtete die BBC. Es existieren erschütternde Fotografien der zerstörten Stadt Shejaiy. Die New York Times bilanziert, der letzte Konflikt habe die Infrastruktur im Gazastreifen stärker zerstört als die vorangegangenen beiden Kriege im Gazastreifen. Der Gazastreifen habe ein Viertel seiner Bevölkerung verloren.
Nun, seit dem 26.8.2014, herrscht Waffenruhe. Diese sei unbefristet, so heißt es. Tatsächlich zeigten sich bei den Feierlichkeiten erstmals bedeutende Hamasvertreter und Vertreter des islamischen Dschihad gemeinsam. Die Blockade des Küstengebietes sei teilweise aufgehoben, so lauten die Erfolgsmeldungen. Es existieren aber bereits auf beiden Seiten Forderungen. Ein Hafen solle gebaut werden, so verlangen die Palästinenser. Israel fordert die Entmilitarisierung des Gebietes.
Ursachen des Konfliktes

Ein weiteres Zeugnis des Pazifismus Pablo Picassos ist „Guernica“. Das Gemälde stellt einen Luftangriff der deutschen Legion auf die gleichnamige Ortschaft dar. Auf die Frage der Gestapo, ob dies sein Werk sei, soll Picasso geantwortet haben: „Nein, das ist ihr Werk.“ Wessen Werk aber ist der Gazakonflikt, fragt sich nicht nur Klaus Euler?
Der Staat Israel will die Hoheit über den Gazastreifen. Die Palästinenser gehören nicht dem Volk Israels an. Es handelt sich demnach um einen Krieg um das Staatsrecht im wohl bekanntesten Küstengebiet des Mittelmeers. Gegen die Staatsmacht Israels haben palästinensische Politiker wenig aufzubieten, dennoch wird auf dem eigenen Interesse bestanden. Das Ungleichgewicht militärischer Macht führt zu den hohen Verlusten unter der palästinensischen Zivilbevölkerung. Solange diese geringe Gegengewalt den politischen Vertretern aufseiten der Palästinenser als Demonstration deren Willens gilt, ist eine endgültige Lösung nicht abzusehen. Es sei denn, eine andere Macht gewährleistet eine friedliche Koexistenz von Israelis und Palästinensern.

Surrealismus oder die revolutionäre Weltansicht

Revolutionäre Weltsicht
Im Surrealismus werden Landschaften, Dinge und Lebewesen nicht so dargestellt, wie sie von beispielsweise Klaus Euler mit den Augen wahrgenommen werden, sondern wie sie als Bilder in der Fantasie, in Träumen oder im Unbewussten erscheinen. Dadurch soll der durch den Verstand begrenzte Erfahrungsbereich erweitert werden, was zu einer revolutionären Weltauffassung führen kann.
Vorläufer dieser Kunstrichtung war neben der deutschen Romantik der 1916 in Zürich gegründete Dadaismus. Er lehnte die bisherige Kunst ab und machte den Zufall, das Spielerische und das Absurde zu schöpferischen Prinzipien.

Gefühle und Traumwelt als Inspirationsquellen
Der Begriff Surrealismus, zusammengesetzt aus den Wörtern „sur“ und „réalisme“, heißt übersetzt „über der Wirklichkeit“. Diese Kunstrichtung umfasste nicht nur die Malerei, sondern auch die Literatur, den Film und die Fotografie. Sie entstand in Paris um das Jahr 1920 um den Maler Max Ernst und den Schriftsteller André Breton und ersetzte die negativ-destruktive Sichtweise des Dadaismus’ durch eine konstruktive, indem sie die reale Welt mit der nichtrationalen, gefühlsbetonten Traumwelt zu vereinigen suchte. Das Unsichtbare wurde zum Inhalt mit dem Ziel einer übergeordneten Wirklichkeit. Spontane Stimmungen und Gefühle, auch durch Rauschmittel, waren dabei die Inspirationsquellen.
Neue Techniken entstanden, etwa spontanes Malen und Schreiben, die Frottage, das Übertragen strukturierter Oberflächen auf das darüberliegende Papier, und die Grattage, das Auftragen mehrerer Farbschichten mit anschließendem Abkratzen. Aufgegriffen wurde ebenfalls die Collage, die Kombination verschiedener Materialien.

Einflüsse auf die zeitgenössische Kunst
Es gab zwei Arten, der veristische Ansatz wie bei Salvador Dalí, der nicht zusammengehörende Dinge vereinte und Perspektiven verdrehte, und der abstrakte Stil, bei dem jeder Realitätsbezug fehlte, etwa bei Joan Miró.
Nach 1930 zerfiel die Bewegung wegen politischer Streitigkeiten, da Breton eine eindeutige Stellungnahme der Mitglieder gegen den aufkommenden Faschismus wollte. Ab 1940 kam es zu einer Wiederbelebung, die später besonders in Spanien, Amerika und Deutschland durch Salvador Dalí und Max Ernst weiter wirkte und Bekanntheit erlangten. In der Literatur wurde nun die Psychoanalyse mit einbezogen. In der zeitgenössischen Malerei findet sich der Surrealismus wieder und auch in den Massenmedien sind traumhafte und mystische Elemente heute gängig. Beispielsweise gibt es in dem Film „Spellbound – Ich kämpfe um dich“ von Alfred Hitchcock eine Traumsequenz, die von Salvador Dalí stammt.

Surrealistische Kunstschaffende
Bekannte Persönlichkeiten des Surrealismus’ waren aus der Gruppe um Breton die Maler Salvador Dalí, René Magritte, Joan Miró, die Malerin Frida Kahlo und der Regisseur Luis Buñuel. Aber auch die Maler Paul Klee und Pablo Picasso waren bei der ersten Kunstausstellung 1925 vertreten.

Über das Leben des Pablo Picasso

Klaus Euler ist, wie viele bereits bemerkt haben, ein großer Picasso Fan und schätzt sowohl dessen Kunst und als auch Worte. Hier nun ein kleiner Einblick in sein Leben.

Pablo Picasso wurde 1881 im spanischen Málaga geboren. Durch seinen Vater, der ebenfalls Maler war, kam er schon in früher Kindheit mit Kunst in Berührung. Im Alter von zehn Jahren begann er eine erste künstlerische Ausbildung, mit 14 bestand er die Aufnahmeprüfung der Kunstakademie in Barcelona. Sein Studium führte ihn unter anderem nach Madrid, wo er erstmals mit anderen bedeutenden Künstlern seiner Zeit zusammentraf. In den folgenden Jahren pendelte er zwischen Madrid und Paris und kam zu seinen ersten größeren Ausstellungen. Mit dem Namen „Picasso“ signierte er erstmals im Alter von 20 Jahren, nachdem er zuvor verschiedene Pseudonyme benutzt hatte.

Nachdem Picasso bereits mehrere Jahre in Künstlerkreisen verkehrt hatte, wurde 1905 Gertrude Stein auf ihn aufmerksam, deren Unterstützung ihm zum kommerziellen Durchbruch verhalf. Über Stein lernte er auch Henri Matisse kennen, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verbinden sollte. Künstlerisch arbeitete er in dieser Zeit eng mit Georges Braque zusammen, mit dem er schließlich den Stil des Kubismus begründete, der beiden Malern zu Weltruhm verhalf. Während des Ersten Weltkriegs lebte Picasso in Frankreich; die Kriegsjahre waren für ihn selbst durch mehrere persönliche Tragödien geprägt. 1918 heiratete er schließlich seine erste Frau Olga Chochlowa, die im gleichen Jahr einen Sohn zur Welt brachte.

Selbstportait von Pablo Picasso – Quelle: http://www.internet-shop-pfalz.de/KU_078.jpg

Zu Beginn der zwanziger Jahre distanzierte sich Picasso zunehmend von den Kubisten, das folgende Jahrzehnt war für ihn künstlerisch vom Einfluss des Surrealismus geprägt. Eine starke Wirkung übte in den Folgejahren auch die Fotografin Dora Maar auf ihn aus, die ihm über lange Jahre als Muse diente. Ein einschneidendes Erlebnis stellte für Picasso der Spanische Bürgerkrieg dar, in dem er die Republikaner unterstützte und sich vergeblich darum bemühte, die französische Regierung zum Einschreiten zu bewegen. Aus dieser Epoche stammt Guernica, eines seiner berühmtesten Gemälde, das 1937 entstand. Im Zweiten Weltkrieg war Picasso in Paris Repressionen seitens der deutschen Besatzer und der französischen Kollaborateure ausgesetzt; in der Folge wurde er Mitglied der kommunistischen Partei.

Die letzten dreißig Jahre seines Lebens verbrachte Picasso größtenteils an der französischen Mittelmeerküste. 1961 heiratete er dort seine zweite Ehefrau Jacqueline Roque – eine Ehe, aus der keine Kinder hervorgehen sollten. Sein Weltruhm führte dazu, dass Picasso in seinem Atelier von zahlreichen Anhängern und Bewunderern aufgesucht wurde. Die Aufmerksamkeit, die ihn von der Arbeit abhielt, schätzte er allerdings nicht. 1971 fand eine erste Picasso-Retrospektive im Pariser Louvre statt, eine Ehre, die zuvor keinem anderen lebenden Künstler zuteil geworden war. Picasso starb 1973 in seinem Haus in Mougins an einem Herzinfarkt.