Henri Matisse

Der Fauvismus und seine „wilden Tiere“

Das Wort Fauvismus kommt vom französischen „fauves“ und wird mit „wilde Tiere“ oder „wilde Bestien“ übersetzt. Diesen spöttischen Namen erhielt die Stilrichtung der französischen Malerei durch den Pariser Kunstkritiker Louis Vauxcelles, der 1905 die ausgestellten Werke der Fauvisten im Saal VII des Salon d’Automne besichtigte und sich von „wilden Bestien“ umgeben fühlte. Obwohl die Fauvisten selber den Namen ablehnten, blieb er dennoch an ihnen hängen.

Die Stilrichtung des Fauvismus – Farbe und Form als Ausdrucksmittel

Der Fauvismus stellte für die meisten Künstler eine experimentelle Phase dar. Die Gruppe verstand sich als eine freundschaftliche. Es gab kein Manifest – jeder entwickelte seinen eigenen Stil. Was sie jedoch verband war, dass sie mit den zarten Farben des Impressionismus, aber auch mit dem Realismus brechen wollten. Die wichtigsten beiden Ausdrucksmittel waren die leuchtenden, ungebrochenen Farben, die auch in Komplementärkontrasten nebeneinander angeordnet wurden, um die Leuchtkraft noch weiter zu betonen, sowie die unrealistische, auch nicht proportionale Malweise. Bezeichnend für den Fauvismus ist ebenso die sehr flächige Darstellungsweise, oft mit fehlender perspektivischer Tiefe. Es herrscht eine heitere Grundstimmung in den Bildern. Die Motive selber waren meist unverändert und oft dieselben wie die der Impressionisten, jedoch verzerrt, flächig, oft mit Umrisslinien versehen, um kräftigere Konturen zu erlangen, und voll von leuchtendem Farbspiel.

Vertreter des Fauvismus

Unter den Künstlern des Fauvismus kann eine Aufteilung in die drei folgenden großen Gruppen vorgenommen werden

1. Die erste Gruppe umfasst Gustave Moreau und seine Schüler Henri Matisse, Charles Camoin, Jean Puy, Henri Manguin und Albert Marquet.
2. Zur Gruppe aus Chatou zählen André Derain und Marice de Vlaminck.
3. Zur dritten Gruppe zählt das Trio aus Le Havre: Georges Braque, Othon Friesz und Raoul Dufy.

Henri Émile Benoit Matisse – ein lebenslanger Anhänger

Der als führender Vertreter des Fauvismus betitelte Maler Henri Matisse. Er wurde am 31.12.1869 in Frankreich geboren. Nach Abbruch seines Studiums der Rechtswissenschaften begann er 1890 zu malen. Im Jahr 1895 wurde er an der École des Beaux-Arts als Schüler von Gustave Moreau aufgenommen. Nach dessen Tod 1898 verließ er diese wieder, da es Differenzen mit dessen Nachfolger gab. Damit begann sein Werdegang, der die Entstehung und den Stil des Fauvismus entscheidend beeinflusste.

Nachdem er 1902 seine ersten Bilder verkauft hatte und 1904 seine erste Einzelausstellung bekommen hatte, arbeitete er mit André Derain, dem zweiten führenden Vertreter des Fauvismus, zusammen. Mit ihm gemeinsam entwickelte er einen neuen Stil in der Kunstgeschichte, die später als Fauvismus bezeichnet werden sollte.

Nach dem durch die Bewegung des Kubismus ausgelösten Auflösens der Gemeinschaft der Fauvisten im Jahr 1907 – Matisse allein blieb sein Leben lang ein „Wilder“ – gründete er 1908 seine eigene Privatschule, die Académie Matisse, an der er bis 1911 etwa 100 Schüler unterrichtete. Matisse erhielt nach dem Auflösen der Bewegung große nationale und internationale Aufmerksamkeit. Er starb am 03.11.1954 in einem Vorort von Nizza an einem Herzanfall.

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Do-It-Yourself-Malerei für Zuhause – Wände selber gestalten

Mit meinen 38 Jahren habe ich schon einige Erfahrungen als Malermeister machen können und möchte nun mein Wissen an möglichst viele von euch weitergeben. Ich selber habe von diy noch nicht viel gehört, bin jedoch sehr angetan von dem Thema. Denn ob nur neue Farbe oder der Einsatz einer alten Waldmaltechnik: Beim Gestalten der Wände sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.
Schon allein ein Anstrich in einer anderen Farbe kann einen Raum vollkommen verändern und eine völlig neue Stimmung schaffen. Je nach Farbton, Farbverlauf oder Technik, mit der die Wände bearbeitet werden, kann das Zimmer anschließend sogar größer, höher oder heller wirken.

Lasieren schafft Gemütlichkeit

Um bei der Wandgestaltung interessante Effekte zu erzielen, gibt es zahlreiche verschiedene Möglichkeiten. Eine beliebte Technik ist beispielsweise das Lasieren. Dabei werden die Farben absichtlich so bearbeitet, dass es aussieht, als wäre die Wand bereits Jahrhunderte alt und der Anstrich dementsprechend verblasst. Durch unterschiedliche Schattierungen kann vor allem bei warmen Farben ein gemütliches mediterranes Flair entstehen.

Um Wände zu lasieren, sollten sie zunächst mit einer weißen Wandfarbe grundiert werden. Wenn diese Farbe getrocknet ist, wird Acrylfarbe im gewünschten Farbton mit wasserlöslicher farbloser Lasur gemischt und gut umgerührt. Je nach Effekt, der erreicht werden soll, kann die Mischung nun mit einem Pinsel oder mit Naturschwämmen aufgetragen werden.

Da die Farbmischung sehr dünnflüssig ist, sollte am unteren Rand der Wand begonnen werden, damit die Farbe nicht herunterlaufen und unschöne Spuren hinterlassen kann. Der Pinsel oder der Schwamm darf dabei außerdem nicht zu nass sein. Dennoch sollte die Farbe absichtlich unregelmäßig aufgetragen werden, sogar Streifen sorgen hier für einen tollen Effekt.
Während der Arbeit solltet ihr ab und zu ein paar Schritte zurücktreten und überprüfen, ob die Wand bereits so aussieht, wie gewünscht. Falls es nötig ist, kann nun noch mal korrigiert und der Anstrich verändert werden.

Marmorieren wertet den ganzen Raum auf

Eine andere Technik, die die Wände edel und hochwertig aussehen lässt, ist das Marmorieren. Dabei schimmern die Wandfarben, als wären sie Kalkablagerungen im Marmor, wodurch der gesamten Raum besonders wertvoll wirkt.

Auch hier ist der erste Schritt, eine weiße Farbe aufzutragen und diese gut trocknen zu lassen. Danach wird die erste der drei vorab ausgewählten Farben mithilfe eines Schwamms leicht aufgetupft. Um schöne Schattierungen zu erzielen, sollten dabei immer wieder Stellen freigelassen werden.
Anschließend wiederholt ihr diesen Schritt mit der zweiten Farbe. Die Farbtupfer dürfen sich dabei ruhig überlappen, einige Stellen sollten jedoch frei bleiben.

Als Letztes malt ihr die Adern auf. Dafür reißt ihr ein Stück Backpapier ab, legt es an die Wand und betupft den Rand mit einem in Farbe getauchten Schwamm. Dieser Schritt rundet die Marmoriertechnik ab und vervollständigt den herrlich plastischen Effekt.

Das bunte Laub malen

Wenn der Herbst wieder Einzug gehalten hat, verändern sich sehr schnell die Wälder. Bevor die Bäume ihre Blätter abwerfen, bekommen diese die verschiedensten Farben. Es ist hierbei ein wirklich großes Farbenspektrum geboten. Von hellgelb bis tiefrot sind die unterschiedlichsten Farbschattierungen vorhanden. Es macht sehr viel Spaß, zum Beispiel aus dem Auto oder einem öffentlichen Verkehrsmittel die bunten Wälder zu betrachten.
Eine noch größere Freude kann es aber sein, bei einem Waldspaziergang die Farben des Herbstes aus der Nähe zu betrachten. Dies ist natürlich vor allem dann schön, wenn nicht mit Niederschlägen gerechnet werden muss.Für den MAler bieten sich hier ganz aus der Nähe herrliche Motive und Anregungen.

Mit erhöhter Temperatur müsst Ihr Euch im Herbst jedenfalls nicht herumärgern. Die Farbenpracht der Laubblätter kann dazu anregen, Bilder verschiedener Art zu malen. Es ist für einen Hobbymaler sicher eine sehr schöne Erfahrung, wenn er die verschiedenen Farben des Laubs auf eine Leinwand oder ein Stück Papier bringt. Die Farben des Laubs können natürlich auch als Motive für andere Gemälde gewählt werden. Der Herbst ist sozusagen für jeden Maler ein guter Lehrmeister, weil er schöne und natürliche Farben hervorbringt. Die Blätter können natürlich auch getrocknet werden. So könnt Ihr sehr lange Freude an ihnen haben. Sie können immer wieder als natürliches Beispiel für die Farbverwendung gelten.

Das bunte Laub kann aber auch dazu verwendet werden, einen Blumenstrauß zu ergänzen oder zu verschönern. Wenn eine Vase oder ein sonstiges Gefäß passender Größe gefunden wird, ergeben die bunten Laubblätter einen farbenprächtigen Herbststrauß. Wenn die bunten Laubblätter auf Papier aufgeklebt werden, kommen die einzelnen Farben besonders gut zur Geltung. Die Wirkung jeder einzelnen Farbe wird umso deutlicher, wenn sie neben anderen Farben angebracht wird. Durch die Verwendung von Laub können Kinder auch sehr gut die Blätter einzelner Bäume unterscheiden. Daneben können sie an die Malerei herangeführt werden.

Ein Waldspaziergang im bunten Laub ist somit nicht nur für die Seele gut sondern gleichzeitig auch ein Stück Natur- und Malkunde. Spielerisch können die einzelnen Blattarten und FArben angesprochen werden.

Hieraus kann sogar ein kleines Quiz gemacht werden. Dazu sind kein großer Aufwand und auch keine finanziellen Mittel notwendig. Das farbenprächtige Laub ist also in vielerlei Hinsicht sinnvoll und nützlich. Im Herbst kann man sich damit prächtig die Zeit vertreiben. Die Berührung mit der Natur kommt hierbei auf jeden Fall nicht zu kurz. Es sind in diesem Bereich sehr viele Möglichkeiten gegeben. Diese sollten natürlich auch unbedingt ausprobiert werden. Es handelt sich ganz sicher um Beschäftigungen, die sich auf jeden Fall lohnen.

Die Kunst der Tusche

Der Hang zur Hobbymalerei beginnt für viele wie auch für Klaus Euler bereits in Kindesalter. Kindermalschulen fördern den Nachwuchs heute gezielt, während man früher nur im Kunstunterricht an der Schule den Tuschkasten herausholen durfte.

Einige der Tuschezeichnungen, die zu Malwettbewerben eingereicht werden, werden von übereifrigen Müttern gemacht. Dabei ist es wichtig, Kindern ihren eigenen Ausdruck zu lassen. Es gibt in der Kunst kein Richtig und kein Falsch. Wenn ein Kind eine Banane rot malt und ein Gesicht blau, entspricht das seinem ureigenen Empfinden. Hat man Kenntnis von der großen Kunst, weiß man, dass mancher berühmte Maler es ähnlich sah. Manche malten Dinge über Kopf. Paul Klee malte am Küchentisch statt ein Atelier zu nutzen.

Die Kunst der Tuschemalerei hat viele Facetten. Vom Tuschkasten zur Kalligrafie zu kommen, ist nur ein kleiner Schritt. Wem das Malen von asiatischen Buchstaben nicht liegt, erlernt auch nie die Fertigkeit, Tuschezeichnungen in wenigen Strichen anzulegen. Hier geht es nicht darum, einen Umriss mit einer Tuschfarbe auszumalen, sondern mit möglichst wenigen Strichen und einer fließenden Bewegung die Essenz einer Blume oder eines Vogels zu erfassen. Diese Kunst bedarf genauen Hinsehens und hoher Konzentration. Die Kunst der Schwarz-Weiß-Malerei mit Tusche heißt übrigens Sumi-e.

Im Gegensatz dazu stehen Tuschezeichnungen, die als Aquarell zu bezeichnen sind. Man kann mit Stiften vorzeichnen und dann aquarellieren oder umgekehrt: zuerst Farbflächen anlegen und dann nachzeichnen. Volkshochschulkurse sind Experimentierküchen, wo man gut von anderen lernen kann. In manchen Orten gibt es auch Malschulen. Viele gestandene Maler unterrichten Schüler privat. Heutzutage kann man sogar die Grundlagen der Farbfeldmalerei in einem Onlinekurs erlernen. Hunderte von Büchern stehen als Praxiseinführungen zu jedem Thema der Malerei zur Verfügung.

Mit dem Pinsel und Tusche kann man Pinselzeichnungen ausführen oder Farbflächen gestalten. Man kann deckende Flächen setzen oder durchscheinende Lasuren anlegen. Ob man dazu Pinsel und Tuschsteine, Federn mit Ausziehtusche oder einen 24-Farb-Tuschkasten und kleine Schwämmchen zur Gestaltung seiner Ideen einsetzt, ist einem selbst überlassen. Federkiele, Pinsel, Kalligrafiefedern, Sprühdosen oder Pappstücke können Oberflächen gestalten. Fragen muss man sich, ob man wasserunlösliche oder wasserlösliche Tuschfarben verwendet, bei denen man nach dem Trocknen noch etwas ändern könnte. Nicht Gefallendes übermalen kann man allerdings immer.

Prinzipiell kann man mit Tusche jede Art von Malerei ausführen. Auf Dauer wird aber die mindere Farbbrillanz von Tuschfarben augenfällig. Oft wechselt man dann zu höher pigmentierten Öl- oder Acrylfarben. So oder so sind Gesundheitsgefahren zu beachten, denn auch Tuschfarben können Lösungsmittel und ähnliches enthalten. Wenn Kunst krank macht, hat sie ihren Reiz verloren.

Die Bedeutung der Phantasie für die Malerei

Kunst und Phantasie sind untrennbar miteinander verbunden, denn der einzigartige Gedanke des Künstlers ist das, was gutes Handwerk oder hübsche Dekoration von wahrer Kunst unterscheidet. Was aber genau ist Phantasie, und wie setzt man sie künstlerisch um?

Kunst und Phantasie

Als Phantasie bezeichnen wir im Allgemeinen die Vorstellungskraft eines Menschen, und kein Kunstwerk entsteht ohne eine Vorstellung davon.
Wer diese Phantasie in sich trägt und beginnt, nach einem Ausdruck dafür zu suchen, entwickelt sich in dem Moment zum Künstler, wo er nach dem passenden Medium forscht, um seine Ideen für andere erfahrbar und nachvollziehbar zu machen. Für junge Schriftsteller sind das die ersten Manuskripte, für Musiker die ersten selbstständigen Interpretationen und für einen Maler wie Klaus Euler die ersten eigenständig umgesetzten Bildideen, die seine Phantasie gewissermaßen in die Wirklichkeit holen, so dass andere sie betrachten und ihrerseits interpretieren können.
Und trotzdem basiert Kunst immer auch auf dem handwerklichen Können. Solides Handwerk kann zwar immer ohne Phantasie entstehen, Kunst aber niemals! Im Gegenzug ist die Basis für Kunst aber immer gutes Handwerk. Viele Kunstmaler, die zum Lebensunterhalt Genrebilder wie das Segelschiff auf hoher See oder den berühmten röhrenden Hirsch in hundertfacher Ausfertigung malen, leben mit diesem Zwiespalt.
Keine Landschaftsidylle kommt ohne brillante Technik aus – Perspektive, Tiefe, Licht und Schatten malen sich nicht von allein, es erfordert harte Arbeit und viel Geduld, diese Techniken zu erlernen und zu vervollkommnen. Wer diese Techniken völlig beherrscht, wird zu Recht als Künstler betrachtet – und zwar aufgrund seines handwerklichen Könnens. Jedem Hobbymaler, der einmal versucht hat, ein „einfaches“ Seebild mit perspektivischer Tiefe zu malen, ist klar, wie viel Bewunderung solche „Kunsthandwerker“ verdienen.

Trotzdem werden solche Genrebilder niemals durch die neue Idee Furore machen, die ihnen zugrunde liegt. Das Wort „Inspiration“ wird vielleicht manchmal etwas überstrapaziert, aber nur an ihr erkennt man die geniale Phantasie, die bahnbrechenden Bildern ihren Weg in die heiß umkämpfte Kunstszene ebnet.

Muss man aber deswegen als Hobbymaler gleich vor revolutionären Ideen übersprudeln? Nein! Zu Beginn einer jeden malerischen Laufbahn steht die spielerische Freude am Tun. Die Arbeit mit Malmedien, Farben und Techniken muss für jeden Maler das Zentrum seines Schaffens sein. Nur, wer sein Material kennt, kann die Bildideen, die im Kopf entstehen, auch auf der Leinwand umsetzen. Und niemand sollte von sich erwarten, dass er sofort einen großen Wurf landet, wenn er seine ersten Farben gekauft hat. Der erste Schritt zur Kunst ist immer der Drang, welche zu erschaffen. Praktisch heißt das aber: Malen, malen, malen!

Aquarellmalerei

Aquarellmalerei ist eine recht alte Maltechnik. Ihr Name stammt vom lateinischen Wort „aqua“, zu Deutsch „Wasser“. Aquarellmalerei lässt sich bis ins 9. Jahrhundert n. Chr. zurückverfolgen. Den Durchbruch als anerkannte Maltechnik erfuhr die Aquarellmalerei allerdings erst im 19. Jahrhundert, als englische Maler wie William Turner das Malen mit wasserlöslichen Farben in bisher unbekannter Professionalität weiterentwickelten.

Aquarell von W. Turner

Aquarell von W. Turner

Bei der Aquarellmalerei werden nicht deckende Farben, die sich aus Gummi arabicum und Farbpigmenten zusammensetzt, in verhältnismäßig viel Wasser angelöst und auf den Malgrund aufgebracht. Die wichtigsten Farben sind für Aquarellkünstler die Primärfarben. In jedem gut sortierten Aquarell-Malkasten finden sich Farbzwischentöne. Farbmischungen erzielt der professionelle Aquarellmaler aber vorzugsweise durch Überlagerungen verschiedener Farben auf dem Papier. Mischung der Farben untereinander im Farbkasten ist zwar möglich, allerdings verliert die vorgemischte Farbe auf dem Papier merklich an Brillanz. Die Deckkraft der aufgetragenen Farbe wird maßgeblich durch die zur Lösung verwendete Wassermenge bestimmt. Die Farbe Weiß gibt es nicht in der Aquarellmalerei. Weiße Areale in Aquarellmotiven können nur durch Freilassen des Malgrundes von jeglicher Farbe erzielt werden.

Mit weichen Pinseln, vorzugsweise aus Marderhaar, wird die Aquarellfarbe auf spezielles Aquarellpapier aufgetragen. Aquarellpapier ist dick (180-400g), saugfähig und wellt auch bei Durchfeuchtung mit Wasser nicht dauerhaft. Farbe kann darauf in einzelnen oder mehreren, zwischenzeitlich durchtrocknenden Schichten über- und nebeneinander aufgetragen werden. Bei dieser Technik, „Lasieren“ genannt, entstehen klar gegeneinander abgegrenzte Farbareale und Motivdetails. Durch Lasieren können Farben direkt auf dem Papier gemischt oder ein Einzelfarbton detailgenau in der gewünschten Intensität vertieft werden. Das Verziehen einer Farbe mit einem nassen Pinsel über die Blattfläche in unterschiedlicher Farbintensität oder ein „Nass-in-Nass“-Auftragen verschiedener Farben nennt man „Lavieren“. Dabei entstehen sanfte Farbverläufe oder weich ineinander übergehende Farbspiele, deren Verlauf vom Künstler nicht immer kontrollierbar ist. Durch den unkontrollierten Farbverlauf entstehen zuweilen aber schöne und interessante Bildmotive.

Ungewünschte Effekte lassen sich bei der Aquarellmalerei nur schwer beheben, da ein Übermalen der lasierenden Farben nicht möglich ist. In begrenztem Maß lässt sich falsch aufgelegte Farbe nach erneutem Anfeuchten mit einem Tuch vom Malgrund abnehmen oder in trockener Form vorsichtig abschaben. Beide Korekturtechniken kann der Aquarellmaler auch gezielt einsetzen.

Die Aquarellmalerei kann durch Zeichnungselemente, wie z. B. Vorzeichnungen oder spätere Strukturierung mit Tusche, Kohle oder Bleistift, ergänzt werden. Mit Hilfe von Aquarell-Stiften können Konturen verstärkt oder geschärft werden.

Je nach Farbeinsatz, Zielsetzung und Können entstehen bei der Aquarellmalerei brillante und je nach Technik auch realistisch anmutende Motive, mit deren farblicher Leichtigkeit kaum eine andere Maltechnik mithalten kann.

Auch Picasso hat sich mal an Aquarallen probiert, ein wenig Tusche hat er dennoch dazu kombiniert.

Nu Jaune von Picasso

Nu Jaune von Picasso