Henri Matisse

Der Fauvismus und seine „wilden Tiere“

Das Wort Fauvismus kommt vom französischen „fauves“ und wird mit „wilde Tiere“ oder „wilde Bestien“ übersetzt. Diesen spöttischen Namen erhielt die Stilrichtung der französischen Malerei durch den Pariser Kunstkritiker Louis Vauxcelles, der 1905 die ausgestellten Werke der Fauvisten im Saal VII des Salon d’Automne besichtigte und sich von „wilden Bestien“ umgeben fühlte. Obwohl die Fauvisten selber den Namen ablehnten, blieb er dennoch an ihnen hängen.

Die Stilrichtung des Fauvismus – Farbe und Form als Ausdrucksmittel

Der Fauvismus stellte für die meisten Künstler eine experimentelle Phase dar. Die Gruppe verstand sich als eine freundschaftliche. Es gab kein Manifest – jeder entwickelte seinen eigenen Stil. Was sie jedoch verband war, dass sie mit den zarten Farben des Impressionismus, aber auch mit dem Realismus brechen wollten. Die wichtigsten beiden Ausdrucksmittel waren die leuchtenden, ungebrochenen Farben, die auch in Komplementärkontrasten nebeneinander angeordnet wurden, um die Leuchtkraft noch weiter zu betonen, sowie die unrealistische, auch nicht proportionale Malweise. Bezeichnend für den Fauvismus ist ebenso die sehr flächige Darstellungsweise, oft mit fehlender perspektivischer Tiefe. Es herrscht eine heitere Grundstimmung in den Bildern. Die Motive selber waren meist unverändert und oft dieselben wie die der Impressionisten, jedoch verzerrt, flächig, oft mit Umrisslinien versehen, um kräftigere Konturen zu erlangen, und voll von leuchtendem Farbspiel.

Vertreter des Fauvismus

Unter den Künstlern des Fauvismus kann eine Aufteilung in die drei folgenden großen Gruppen vorgenommen werden

1. Die erste Gruppe umfasst Gustave Moreau und seine Schüler Henri Matisse, Charles Camoin, Jean Puy, Henri Manguin und Albert Marquet.
2. Zur Gruppe aus Chatou zählen André Derain und Marice de Vlaminck.
3. Zur dritten Gruppe zählt das Trio aus Le Havre: Georges Braque, Othon Friesz und Raoul Dufy.

Henri Émile Benoit Matisse – ein lebenslanger Anhänger

Der als führender Vertreter des Fauvismus betitelte Maler Henri Matisse. Er wurde am 31.12.1869 in Frankreich geboren. Nach Abbruch seines Studiums der Rechtswissenschaften begann er 1890 zu malen. Im Jahr 1895 wurde er an der École des Beaux-Arts als Schüler von Gustave Moreau aufgenommen. Nach dessen Tod 1898 verließ er diese wieder, da es Differenzen mit dessen Nachfolger gab. Damit begann sein Werdegang, der die Entstehung und den Stil des Fauvismus entscheidend beeinflusste.

Nachdem er 1902 seine ersten Bilder verkauft hatte und 1904 seine erste Einzelausstellung bekommen hatte, arbeitete er mit André Derain, dem zweiten führenden Vertreter des Fauvismus, zusammen. Mit ihm gemeinsam entwickelte er einen neuen Stil in der Kunstgeschichte, die später als Fauvismus bezeichnet werden sollte.

Nach dem durch die Bewegung des Kubismus ausgelösten Auflösens der Gemeinschaft der Fauvisten im Jahr 1907 – Matisse allein blieb sein Leben lang ein „Wilder“ – gründete er 1908 seine eigene Privatschule, die Académie Matisse, an der er bis 1911 etwa 100 Schüler unterrichtete. Matisse erhielt nach dem Auflösen der Bewegung große nationale und internationale Aufmerksamkeit. Er starb am 03.11.1954 in einem Vorort von Nizza an einem Herzanfall.

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Ölmalerei – die traditionelle Malerei

Der amerikanische Maler Casey Baugh, der als Shootingstar der Szene gilt und dessen Ölportraits mittlerweile für fünfstellige Beträge verkauft werden, sagte einmal in einem Interview, bei der Malerei ginge es nicht um technische Perfektion, und es ginge auch nicht darum, ein Foto haarklein zu reproduzieren, vielmehr sei es die Aufgabe eines Malers, den Betrachter eines Gemäldes zum Denken anzuregen, er solle ein Bild angucken und dabei etwas fühlen, was das Leben verändern würde – dies und nichts anderes sei Sinn und Zweck der Malerei.

Die Faszination des Öls
Bereits seit dem 13. Jahrhundert gilt die Ölmalerei für viele, wie auch für Klaus Euler, als Königsdisziplin, doch während man heutzutage einfach in ein Künstlerfachgeschäft gehen kann, wo man zwischen unzähligen Hersteller seine Auswahl treffen darf, mussten sich die Maler noch vor gut 200 Jahren ihre Farben selber anmischen. Sie verwendeten dazu die unterschiedlichsten Pigmente, die in teils mühevoller Arbeit aus der Natur gewonnen und sorgsam mit dem damals teuren Bindemittel Öl vermengt wurden. Die Vorteile von Ölfarben gegenüber Acrylfarbe sind vielfältig, denn neben einer längeren Trocknungszeit, die natürlichere Farbverläufe ermöglicht, behält die getrocknete Ölfarbe eine gewisse Struktur, was dem Gemälde mehr Spannung verleiht, und zudem besitzen Ölfarben einen höheren, natürlicheren Glanz als Acrylfarben. Wo Vorteile sind, finden sich natürlich auch Nachteile, denn aufgrund der längeren Trocknungszeit muss der Maler möglicherweise mehrere Tage oder gar Wochen warten, bis er eine neue Farbschicht auf das Gemälde auftragen kann, und zudem muss bei der Verarbeitung der Ölfarben darauf geachtet werden, dass die oberen Farbschichten einen geringeren Ölanteil haben als die unteren, um Rissbildungen zu vermeiden. Des Weiteren ist es nötig, bei der traditionellen Ölmalerei die Pinsel nach dem Gebrauch mit Terpentin zu reinigen, da die Farbereste sich ansonsten nicht aus den Borsten lösen lassen – für viele Menschen stellt dies ein Problem dar, da das Lösungsmittel einen unangenehmen Geruch besitzt, der oftmals zu Kopfschmerzen führt.

Was braucht man für den Anfang?
Wer mit der Ölmalerei beginnen will, benötigt keine breite Palette unterschiedlicher Farben, vielmehr reichen die Grundfarben vollkommen aus, die um Schwarz und um Weiß ergänzt werden müssen. Neben den Ölfarben wird ein Malmittel wie beispielsweise Terpentin benötigt, damit die Farben bei Bedarf verdünnt und die Pinsel nach Gebrauch gereinigt werden können. Wem der Geruch von Terpentin Probleme bereitet, der kann versuchen, ob geruchsneutrales Terpentin möglicherweise als Alternative genutzt werden kann – des Weiteren lassen sich im Handel mittlerweile Ölfarben finden, welche wasserlöslich sind, weswegen die Pinsel nach dem Malen einfach mit Wasser ausgewaschen werden können. Nachteil dieser speziellen Ölfarben ist, dass sie nach dem Trocknen nicht ganz die Wirkung traditioneller Ölfarben besitzen, weswegen sie nur selten genutzt werden. Um die Farben auftragen zu können, bieten sich bei der Ölmalerei Borstenpinsel an, da mit ihnen die pastosen Farben ideal verteilt werden können. Breitere Pinsel werden genutzt, um große Flächen zu gestalten, während dünne Pinsel für die Detailarbeiten verwendet werden. Als Malunterlage sollten Anfänger auf grundierte Leinwände zurückgreifen, die in unterschiedlichen Größen und Qualitäten im Fachgeschäft erhältlich sind, jedoch kann für den Anfang auch Pappe oder dickes Papier zum Probieren verwendet werden.

Maltechniken: Expressionismus vs. Impressionismus

Wenn es um Maltechniken geht, kann der Laie die Kunstrichtungen Expressionismus und Impressionismus nicht so leicht auseinanderhalten. Deshalb stelle ich, Klaus Euler, hier die zwei Kunstrichtungen und ihre wesentlichen Merkmale in kürze vor. Beide sind Stilrichtungen der modernen Malerei, haben ihren Ursprung Ende des 19./Anfang des 20. Jh. Aus beiden Epochen gibt es viele berühmte Bilder. Wie kann der Laie die beiden Richtungen unterscheiden?

Impressionismus

Die Stilrichtung „Impressionismus“ kam ca. 1872 auf durch ein Bild des Malers Claude Monet mit dem Namen „Impression, soleil levant“. Kunstkritiker gebrauchten zu dieser Zeit erstmals den Begriff „Impressionismus“, obwohl Maler schon seit Jahrzehnte impressionistische Bilder malten. Aber erst Monets Bild prägte den Begriff Impressionismus, wenn auch zuerst negativ, weil sich die Malerei bis dahin durch Detailtreue auszeichnete. Später wurde der Impressionismus wichtiger Wegbereiter für die moderne Malerei.

Eines der wichtigsten Merkmale ist das künstlerische Anliegen, Impressionen (optische Eindrücke) so naturgetreu wie möglich darzustellen. Die Maler gingen hinaus ins Freie und bildeten das ab, was sie sahen. Dabei kam es ihnen aber nicht darauf an, die Motive detailgetreu abzubilden, sondern es zählte mehr die Gesamtszenerie, das Spiel mit Farbe und Licht, leicht verwischt dargestellt mit kurzen Pinselstrichen. Die impressionistischen Maler bevorzugten das Malen in der freien Natur und wählten deshalb auch eher landschaftliche Motive oder Straßenszenen, meistens mit Menschen. Mit ihrer Malerei fingen sie Eindrücke aus der Natur unmittelbar in ihren Bildern ein. Neben Monet gehören Paul Gauguin und Camille Pissarro zu den bedeutendsten Impressionisten. Auch van Gogh wird oft zu den impressionistischen Malern gezählt, aber seine Bilder können wegen der Gefühlsintensität eher als Wegbereiter für den Expressionismus angesehen werden.

Expressionismus

Der Expressionismus hatte seine Blütezeit Anfang des 20. Jh., etwa in der Zeit von 1905 bis 1925. Besonders deutsche Maler wie Paul Klee, Wassily Kandinsky, August Macke und Franz Marc haben diese Stilrichtung stark geprägt, aber auch Henri Matisse und Edvard Munch. Eines der bekanntesten expressionistischen Bilder ist das Blaue Pferd von Franz Marc. Es zeigt die typischen Merkmale der Stilrichtung, das Spielen mit der Symbolik und die freie Gestaltung von Farben, Formen und Perspektiven. Die originalgetreue Abbildung ist dabei weniger wichtig als der intensive Ausdruck der Gefühle. Die Motive des Expressionismus sind eher abstrakt, die Wirkung entsteht durch die Symbolik und die Farbintensität, die noch dadurch verstärkt wird, dass die Farben meistens unverdünnt und ungemischt aufgetragen wurden. Die expressionistischen Maler machten sich völlig frei von den Gesetzen der Malerei und konzentrieren sich auf die Ausdruckskraft der Gefühle.

Exkurs – Modern Art

Heute wird Klaus Euler einen kleinen Einblick in die Welt der „Modern Art“ geben.

Modern Art bezeichnet die Kunstepoche, die am Ende des 19. Jahrhunderts mit dem Impressionismus ihren geradezu revolutionären Anfang nahm und im Grunde, will man sie nicht generell von der zeitgenössischen Kunst als eigenes Konzept abgrenzen, bis heute andauert.
Einerseits noch der Tradition in Form der klassischen Gesetze der Malerei verhaftet, verzichtete der Impressionismus andererseits weitgehend auf jeglichen historischen, literarischen sowie ideologischen Bildinhalt und beendete damit das bisher vorherrschende Ideal der realistischen Kunst. Ziel der neuen Bewegung war es, stattdessen einen Augenblickszustand einzufangen. Damit setzte sich die Kunstrichtung allerdings auch gleichzeitig der Gefahr aus, zur verflachten Dekorationsmalerei zu verkommen. Aus diesem Grund waren die folgenden Strömungen der Modern Art stark darauf ausgerichtet, trotz der Loslösung von Form und Inhalt, feste, aber eben nur rein künstlerische Gesetze zu schaffen.

Insbesondere Cézanne begann in der Natur selbst nach Strukturen sowie Regeln zu suchen und entwickelte letztendlich eine Darstellungsweise, bei der Farbflächen je nach optischem Eindruck als Kugel-, Kegel- oder Zylinderform aneinander gereiht wurden und auf diese Art und Weise Raum und Körper wiedergaben.
Cézanne selbst hatte in dieser Bildsprache noch keine Abwendung von der Wirklichkeitswiedergabe gesehen, erst die Künstler, die auf ihn folgten, vollzogen mit der Begründung des Kubismus schließlich den Schritt zu einer reinen Kunstsprache, die über die schlichte Wiedergabe von Wirklichkeit hinausging, sich immer stärker abstrakten Formen zuwendete und damit eigene Gesetzmäßigkeiten schuf.
Deutlich zu erkennen ist zu diesem Zeitpunkt auch bereits der Einfluss der Psychoanalyse auf die Malerei und die Gesellschaft im Allgemeinen.
Neben die inhaltlichen Neuerungen der Modern Art traten zusehends auch Änderungen im zur Darstellung verwendeten Material, die sich zum Beispiel in den „Papiers Collés“ zeigten, Collagen, bei denen Elemente nicht nachgeahmt, sondern direkt in das Bild geklebt wurden. Diese Technik führte schließlich unter anderem zu dem Konzept der „Objets trouvés“, bei dem gefundene Gegenstände unverändert integriert wurden, über den Kubismus hinaus, fand diese Methode ihren Weg auch in die Werke der Dadaisten und der Surrealisten.
Im Laufe der Zeit entwickelte die Modern Art dann einen immer höheren Grad der Abstraktion, der, in verschiedenen Ansätzen, auf die völlige Ungegenständlichkeit der Bildsprache hinauslief und im von Kasimir Malewitsch entwickelten Suprematismus und auch in Piet Mondrians Werken ihren Höhepunkt fand.
Nach dem 2. Weltkrieg schließlich suchten die Künstler Wege zu neuer Individualität und bisher unbekannten Ausdrucksmöglichkeiten, dies führte dazu, dass das Reflektieren über die Formen der Kunst und die ihr zugrunde liegenden Positionen, die Gestaltung an sich weitgehend ersetzte und der Betrachter als Mitdenkender oder sogar -gestaltender in die künstlerischen Zusammenhänge einbezogen wurde.

Die Kunst der Tusche

Der Hang zur Hobbymalerei beginnt für viele wie auch für Klaus Euler bereits in Kindesalter. Kindermalschulen fördern den Nachwuchs heute gezielt, während man früher nur im Kunstunterricht an der Schule den Tuschkasten herausholen durfte.

Einige der Tuschezeichnungen, die zu Malwettbewerben eingereicht werden, werden von übereifrigen Müttern gemacht. Dabei ist es wichtig, Kindern ihren eigenen Ausdruck zu lassen. Es gibt in der Kunst kein Richtig und kein Falsch. Wenn ein Kind eine Banane rot malt und ein Gesicht blau, entspricht das seinem ureigenen Empfinden. Hat man Kenntnis von der großen Kunst, weiß man, dass mancher berühmte Maler es ähnlich sah. Manche malten Dinge über Kopf. Paul Klee malte am Küchentisch statt ein Atelier zu nutzen.

Die Kunst der Tuschemalerei hat viele Facetten. Vom Tuschkasten zur Kalligrafie zu kommen, ist nur ein kleiner Schritt. Wem das Malen von asiatischen Buchstaben nicht liegt, erlernt auch nie die Fertigkeit, Tuschezeichnungen in wenigen Strichen anzulegen. Hier geht es nicht darum, einen Umriss mit einer Tuschfarbe auszumalen, sondern mit möglichst wenigen Strichen und einer fließenden Bewegung die Essenz einer Blume oder eines Vogels zu erfassen. Diese Kunst bedarf genauen Hinsehens und hoher Konzentration. Die Kunst der Schwarz-Weiß-Malerei mit Tusche heißt übrigens Sumi-e.

Im Gegensatz dazu stehen Tuschezeichnungen, die als Aquarell zu bezeichnen sind. Man kann mit Stiften vorzeichnen und dann aquarellieren oder umgekehrt: zuerst Farbflächen anlegen und dann nachzeichnen. Volkshochschulkurse sind Experimentierküchen, wo man gut von anderen lernen kann. In manchen Orten gibt es auch Malschulen. Viele gestandene Maler unterrichten Schüler privat. Heutzutage kann man sogar die Grundlagen der Farbfeldmalerei in einem Onlinekurs erlernen. Hunderte von Büchern stehen als Praxiseinführungen zu jedem Thema der Malerei zur Verfügung.

Mit dem Pinsel und Tusche kann man Pinselzeichnungen ausführen oder Farbflächen gestalten. Man kann deckende Flächen setzen oder durchscheinende Lasuren anlegen. Ob man dazu Pinsel und Tuschsteine, Federn mit Ausziehtusche oder einen 24-Farb-Tuschkasten und kleine Schwämmchen zur Gestaltung seiner Ideen einsetzt, ist einem selbst überlassen. Federkiele, Pinsel, Kalligrafiefedern, Sprühdosen oder Pappstücke können Oberflächen gestalten. Fragen muss man sich, ob man wasserunlösliche oder wasserlösliche Tuschfarben verwendet, bei denen man nach dem Trocknen noch etwas ändern könnte. Nicht Gefallendes übermalen kann man allerdings immer.

Prinzipiell kann man mit Tusche jede Art von Malerei ausführen. Auf Dauer wird aber die mindere Farbbrillanz von Tuschfarben augenfällig. Oft wechselt man dann zu höher pigmentierten Öl- oder Acrylfarben. So oder so sind Gesundheitsgefahren zu beachten, denn auch Tuschfarben können Lösungsmittel und ähnliches enthalten. Wenn Kunst krank macht, hat sie ihren Reiz verloren.

Schnee und Eis – Malerei im Winter

Der Winter ist wirklich nicht für seine Farbenpracht bekannt, er hat aber einen Reiz, dem man sich kaum entziehen kann. Gerade die Reduzierung der Farben macht eine Winterlandschaft zu einem sehr reizvollen Motiv, denn eine verschneite Landschaft ist ja alles andere als „einfach nur weiß“.
Schnee und Eis glitzern in vielen verschiedenen Schattierungen, der Schattenwurf an kurzen Wintertagen verlockt dazu, interessante Effekte auszuarbeiten und niemals wirkt der Himmel so intensiv blau wie an kalten Wintertagen.
Es lohnt sich also durchaus, im Winter auf Motivsuche zu gehen, allerdings solltet ihr dazu erst einmal mit der Kamera losziehen und die Motive dann später nach Foto in euren Ateliers malen – denn mit kalten Füßen und dicken Handschuhen lässt es sich einfach schlecht malen.
Hinzu kommt, das viele Malmedien wie Acrylfarben oder Ölfarben bei extremer Kälte ihre Konsistenz verändern, was zu unschönen Ergebnissen führen kann. Es spricht aber nichts dagegen, auch einen Skizzenblock mit auf die Motivjagd zu nehmen und das Spiel von Licht und Schatten in Zeichnungen festzuhalten, die später beim Malen als Gedächtnisstütze dienen können.
Ist das Motiv gefunden, wird es spannend: Welche Malmedien eignen sich am besten für Winterbilder? Im Prinzip alle, denn die vorherrschende Farbe des Winters ist und bleibt – bei allen Schattierungen – Weiß. Wer gern Aquarelle malt, der sollte natürlich für Winterbilder ein wirklich hochwertiges Aquarellpapier auswählen, das von sich aus eine große Leuchtkraft hat. Für Leinwandbilder eignen sich sowohl Öl- als auch Acrylfarben, denn beide verfügen eine geschmeidige Konsistenz für Farbverläufe. Auch Pastellkreiden sind ein gutes Material für winterliche Landschaften, denn damit könnt ihr zarte Farbtöne mit sanften Übergängen zaubern, zum Beispiel für Sonnenaufgänge über verschneiten Wiesen.
Die Basis eines stimmungsvollen Winterbildes ist natürlich die Komposition. Es ist gar nicht so einfach, mit der reduzierten Farbauswahl Tiefe in das Bild zu bekommen. Wenn ihr gut perspektivisch zeichnen könnt, seid ihr hier klar im Vorteil, aber auch durch die Farben lässt sich vieles erreichen. Denn selbst ein strahlend blauer und wolkenloser Winterhimmel ist am oberen Bildrand intensiv, zum Horizont hin wird er heller.
Wichtig ist auch die Ausarbeitung von kleinen Details wie verschneiten Büschen und Findlingen mit dem passenden Schattenwurf. Selbst Eis glitzert nicht reinweiß, sondern spielt immer mit den Lichtverhältnissen. Warme Töne und spiegelnde Wasserflächen lassen den Betrachter eines Winterbild

es an Tauwetter denken, klare Blautöne suggerieren klirrende

von Christina Hausmann - Artgalerie Deutschland

von Christina Hausmann – Artgalerie Deutschland

Kälte. Habt ihr euch erst für die Stimmung eures Bildes entschieden, kommen diese Details aber beim Malen fast wie von selbst.

von Christina Hausmann - Artgallerie Deutschland

von Christina Hausmann – Artgallerie Deutschland

Die surrealistische Malerei

Der Surrealismus ist eine Strömung in der bildenden Kunst, die sich ab circa 1920 aus dem Dadaismus herausgeformt hat, das heißt: die konventionelle Malerei wird im Surrealismus abgelehnt. Die Künstler dieser Strömung beschäftigen sich insbesondere mit dem Unbewussten und Unwirklichen. Die surrealistischen Abbildungen entsprechen also nicht der greifbaren Realität, welche ansonsten das Objekt des Klaus Euler ist.

Der Surrealismus entstand in Paris und so ist auch der Begriff französisch, er bedeutet über dem Realismus, also über der Realität. Geprägt wurde der Begriff vom französischen Schriftsteller Guillaume Apollinaire, der seinem Theaterstück „Les mamelles de Tirésias“, auf deutsch: „Die Brüste von Tirésias“, den Untertitel „ein surrealistisches Drama“ gab. Die Vorreiter des Surrealismus sind Maler Max Ernst und Schriftsteller André Breton. Sie scharten eine Reihe von Künstlern um sich, die sich dem Programm des Surrealismus anschlossen. Max Ernst schrieb ein Manifest, in dem er den Surrealismus als psychischen Automatismus beschreibt.

Wie stellt ihr euch das vor? Hierbei wird das Bewusstsein abgeschaltet, Medien des Unbewussten rücken in den Mittelpunkt des Schaffens: Traum, Rauschmittel und Fieberwahn. Hierbei wird der Blick nach Innen auf der Leinwand dargestellt. Schaut euch Salvador Dalis Uhren an. Sie sind Abbildungen reiner Vorstellung, sie sind Abbildungen des Inneren des Malers. Eine exakte Malweise gibt den Anschein des Realen, doch das ist eine Täuschung. Es wird nur das Irreale abgebildet, das was über der Realität liegt.

Glaubt ihr, es gab auch einen öffentlichen Austausch über das Programm des Surrealismus? Ja, den gab es: die Zeitschrift „La Révolution surréaliste“ war sozusagen der damalige analoge Blog.

Auch Vorträge wie der von Salvador Dali, den er im Museum of Modern Art im Januar des Jahres 1935 über surrealistische Gemälde und paranoische Bilder hielt, ist Teil des Austausches über das surrealistische Programm. Dali konzentrierte sich in seinem malerischen Schaffen vor allem auf Paranoia und Delirium, auf Fieberwahn, als Medien des Unbewussten mithilfe derer die Bilder aus dem Inneren des Malers auf die Leinwand transportiert wurden.

Was denkt ihr folglich, mit welcher Wissenschaft ist der Surrealismus verbunden, wenn er das Unbewusste in den Mittelpunkt rückt? Stichwort ist Sigmund Freud und seine Psychoanalyse, auf den Dali sich immer wieder in seinem Werk bezieht.Sein Bild einer Frau mit sechs Schubladen im Körper legt er praktisch zur Enträtselung Freud in die Hände. Nur er könne die Vorgänge des Unbewussten mithilfe seiner Psychoanalyse erklären, sie bildhaft darzustellen jedoch, das ist nur dem Surrealismus gelungen.

Autor: Klaus Euler

Aquarellmalerei

Aquarellmalerei ist eine recht alte Maltechnik. Ihr Name stammt vom lateinischen Wort „aqua“, zu Deutsch „Wasser“. Aquarellmalerei lässt sich bis ins 9. Jahrhundert n. Chr. zurückverfolgen. Den Durchbruch als anerkannte Maltechnik erfuhr die Aquarellmalerei allerdings erst im 19. Jahrhundert, als englische Maler wie William Turner das Malen mit wasserlöslichen Farben in bisher unbekannter Professionalität weiterentwickelten.

Aquarell von W. Turner

Aquarell von W. Turner

Bei der Aquarellmalerei werden nicht deckende Farben, die sich aus Gummi arabicum und Farbpigmenten zusammensetzt, in verhältnismäßig viel Wasser angelöst und auf den Malgrund aufgebracht. Die wichtigsten Farben sind für Aquarellkünstler die Primärfarben. In jedem gut sortierten Aquarell-Malkasten finden sich Farbzwischentöne. Farbmischungen erzielt der professionelle Aquarellmaler aber vorzugsweise durch Überlagerungen verschiedener Farben auf dem Papier. Mischung der Farben untereinander im Farbkasten ist zwar möglich, allerdings verliert die vorgemischte Farbe auf dem Papier merklich an Brillanz. Die Deckkraft der aufgetragenen Farbe wird maßgeblich durch die zur Lösung verwendete Wassermenge bestimmt. Die Farbe Weiß gibt es nicht in der Aquarellmalerei. Weiße Areale in Aquarellmotiven können nur durch Freilassen des Malgrundes von jeglicher Farbe erzielt werden.

Mit weichen Pinseln, vorzugsweise aus Marderhaar, wird die Aquarellfarbe auf spezielles Aquarellpapier aufgetragen. Aquarellpapier ist dick (180-400g), saugfähig und wellt auch bei Durchfeuchtung mit Wasser nicht dauerhaft. Farbe kann darauf in einzelnen oder mehreren, zwischenzeitlich durchtrocknenden Schichten über- und nebeneinander aufgetragen werden. Bei dieser Technik, „Lasieren“ genannt, entstehen klar gegeneinander abgegrenzte Farbareale und Motivdetails. Durch Lasieren können Farben direkt auf dem Papier gemischt oder ein Einzelfarbton detailgenau in der gewünschten Intensität vertieft werden. Das Verziehen einer Farbe mit einem nassen Pinsel über die Blattfläche in unterschiedlicher Farbintensität oder ein „Nass-in-Nass“-Auftragen verschiedener Farben nennt man „Lavieren“. Dabei entstehen sanfte Farbverläufe oder weich ineinander übergehende Farbspiele, deren Verlauf vom Künstler nicht immer kontrollierbar ist. Durch den unkontrollierten Farbverlauf entstehen zuweilen aber schöne und interessante Bildmotive.

Ungewünschte Effekte lassen sich bei der Aquarellmalerei nur schwer beheben, da ein Übermalen der lasierenden Farben nicht möglich ist. In begrenztem Maß lässt sich falsch aufgelegte Farbe nach erneutem Anfeuchten mit einem Tuch vom Malgrund abnehmen oder in trockener Form vorsichtig abschaben. Beide Korekturtechniken kann der Aquarellmaler auch gezielt einsetzen.

Die Aquarellmalerei kann durch Zeichnungselemente, wie z. B. Vorzeichnungen oder spätere Strukturierung mit Tusche, Kohle oder Bleistift, ergänzt werden. Mit Hilfe von Aquarell-Stiften können Konturen verstärkt oder geschärft werden.

Je nach Farbeinsatz, Zielsetzung und Können entstehen bei der Aquarellmalerei brillante und je nach Technik auch realistisch anmutende Motive, mit deren farblicher Leichtigkeit kaum eine andere Maltechnik mithalten kann.

Auch Picasso hat sich mal an Aquarallen probiert, ein wenig Tusche hat er dennoch dazu kombiniert.

Nu Jaune von Picasso

Nu Jaune von Picasso