Ölmalerei – die traditionelle Malerei

Der amerikanische Maler Casey Baugh, der als Shootingstar der Szene gilt und dessen Ölportraits mittlerweile für fünfstellige Beträge verkauft werden, sagte einmal in einem Interview, bei der Malerei ginge es nicht um technische Perfektion, und es ginge auch nicht darum, ein Foto haarklein zu reproduzieren, vielmehr sei es die Aufgabe eines Malers, den Betrachter eines Gemäldes zum Denken anzuregen, er solle ein Bild angucken und dabei etwas fühlen, was das Leben verändern würde – dies und nichts anderes sei Sinn und Zweck der Malerei.

Die Faszination des Öls
Bereits seit dem 13. Jahrhundert gilt die Ölmalerei für viele, wie auch für Klaus Euler, als Königsdisziplin, doch während man heutzutage einfach in ein Künstlerfachgeschäft gehen kann, wo man zwischen unzähligen Hersteller seine Auswahl treffen darf, mussten sich die Maler noch vor gut 200 Jahren ihre Farben selber anmischen. Sie verwendeten dazu die unterschiedlichsten Pigmente, die in teils mühevoller Arbeit aus der Natur gewonnen und sorgsam mit dem damals teuren Bindemittel Öl vermengt wurden. Die Vorteile von Ölfarben gegenüber Acrylfarbe sind vielfältig, denn neben einer längeren Trocknungszeit, die natürlichere Farbverläufe ermöglicht, behält die getrocknete Ölfarbe eine gewisse Struktur, was dem Gemälde mehr Spannung verleiht, und zudem besitzen Ölfarben einen höheren, natürlicheren Glanz als Acrylfarben. Wo Vorteile sind, finden sich natürlich auch Nachteile, denn aufgrund der längeren Trocknungszeit muss der Maler möglicherweise mehrere Tage oder gar Wochen warten, bis er eine neue Farbschicht auf das Gemälde auftragen kann, und zudem muss bei der Verarbeitung der Ölfarben darauf geachtet werden, dass die oberen Farbschichten einen geringeren Ölanteil haben als die unteren, um Rissbildungen zu vermeiden. Des Weiteren ist es nötig, bei der traditionellen Ölmalerei die Pinsel nach dem Gebrauch mit Terpentin zu reinigen, da die Farbereste sich ansonsten nicht aus den Borsten lösen lassen – für viele Menschen stellt dies ein Problem dar, da das Lösungsmittel einen unangenehmen Geruch besitzt, der oftmals zu Kopfschmerzen führt.

Was braucht man für den Anfang?
Wer mit der Ölmalerei beginnen will, benötigt keine breite Palette unterschiedlicher Farben, vielmehr reichen die Grundfarben vollkommen aus, die um Schwarz und um Weiß ergänzt werden müssen. Neben den Ölfarben wird ein Malmittel wie beispielsweise Terpentin benötigt, damit die Farben bei Bedarf verdünnt und die Pinsel nach Gebrauch gereinigt werden können. Wem der Geruch von Terpentin Probleme bereitet, der kann versuchen, ob geruchsneutrales Terpentin möglicherweise als Alternative genutzt werden kann – des Weiteren lassen sich im Handel mittlerweile Ölfarben finden, welche wasserlöslich sind, weswegen die Pinsel nach dem Malen einfach mit Wasser ausgewaschen werden können. Nachteil dieser speziellen Ölfarben ist, dass sie nach dem Trocknen nicht ganz die Wirkung traditioneller Ölfarben besitzen, weswegen sie nur selten genutzt werden. Um die Farben auftragen zu können, bieten sich bei der Ölmalerei Borstenpinsel an, da mit ihnen die pastosen Farben ideal verteilt werden können. Breitere Pinsel werden genutzt, um große Flächen zu gestalten, während dünne Pinsel für die Detailarbeiten verwendet werden. Als Malunterlage sollten Anfänger auf grundierte Leinwände zurückgreifen, die in unterschiedlichen Größen und Qualitäten im Fachgeschäft erhältlich sind, jedoch kann für den Anfang auch Pappe oder dickes Papier zum Probieren verwendet werden.

Pop-Art: Den Klassiker der Moderne neu entdecken

Die Kunstrichtung Pop Art entwickelte sich in den 1950er Jahren unabhängig voneinander in den USA und in England und zeigte sich vor allem in der Malerei und Skulpturen. Von der vielseitigen Ausdrucksform fühlten sich Künstler auf der ganzen Welt angezogen. Ihre Blütephase erlebte die Kunstrichtung Pop-Art in den 1960er Jahren. Man kann sie sowohl als „populäre“ als auch „knallige“ Kunst definieren: Das englische Wort „Pop“ kann beide Bedeutungen haben.

Typisch für Pop-Art sind triviale Bildmotive, denn die neue Kunstrichtung, die man anfangs nicht sehr ernst nahm, wollte massentaugliche Kunst schaffen, die den Konsumenten direkt ansprach. Populäre Themen sind daher Supermarkt, Comics und die ewige Jugend der Hollywoodstars. Pop-Art hat auch unsere europäische Vorstellung von Design, Ästhetik und dem „American Way of Life“ geprägt. In den sechziger Jahren beschäftigten sich außerordentlich viele Künstler mit dieser Stilrichtung. Bei uns ist vor allem Andy Warhol bekannt, doch daneben gibt es etliche wichtige Vertreter wie Roy Liechtenstein, Eduardo Paolozzi und Takashi Murakami.

Marylin Monroe und Andy Warhol
Der wohl berühmteste Vertreter der Pop-Art schuf ein buntes Potpourri an kreativen Arbeiten, unter denen seine farbenfrohen Siebdrucke von Marylin bis heute im Gedächtnis geblieben sind. Immer noch zieren sie als Kunstdrucke Wohnungen weltweit und Warhols Stil wird in allen Facetten nachgeahmt.

Dein eigenes Pop-Art-Kunstwerk drucken lassen
Heute erlebt die Pop-Art eine nie geahnte Renaissance und ist als stylishe Dekoration für jeden Raum geeignet. Pop-Art Kunstwerke passen ins Büro genauso wie ins Wohnzimmer und verleihen Räumen eine ungeahnte Ausdruckskraft. Du kannst dir auch individuelle Pop-Art Kunstdrucke vom eigenen Foto erstellen lassen. So entstehen prächtige, farbenfrohe Bilder auf Leinwand – in allen Größen und ganz nach Wunsch.

Selbst malen wie Roy Liechtenstein
Wenn du selbst Bilder im Stil Roy Liechtensteins malen möchtest, brauchst du keine besonderen Vorkenntnisse. Zunächst zeichnest du die Konturen deines vergrößerten Motives mit einem harten Bleistift auf Leinwand vor. Liechtenstein vergrößerte seine Vorlagen mit einem Bildprojektor. Im Anschluss kannst du alle Flächen farbig ausmalen. Du solltest deckende und kräftige Farben verwenden. Am besten eignen sich Acrylfarben, da sie eine hohe Leuchtkraft haben. Die für Liechtenstein typischen Rasterpunkte kannst du mit einer Rasterschablone aufsprühen oder aber mit einer vorgestanzten Folie aufbringen. Hierfür verwendest du Lackspray aus dem Baumarkt. Du musst sauber arbeiten, denn Acrylfarbe lässt sich nicht mehr übermalen. Zum Abschluss ziehst du die vorgezeichneten Bleistiftlinien mit flüssiger Acrylfarbe und Pinsel nach. Fertig ist dein eigenes Kunstwerk à la Roy Liechtenstein.

Do-It-Yourself-Malerei für Zuhause – Wände selber gestalten

Mit meinen 38 Jahren habe ich schon einige Erfahrungen als Malermeister machen können und möchte nun mein Wissen an möglichst viele von euch weitergeben. Ich selber habe von diy noch nicht viel gehört, bin jedoch sehr angetan von dem Thema. Denn ob nur neue Farbe oder der Einsatz einer alten Waldmaltechnik: Beim Gestalten der Wände sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.
Schon allein ein Anstrich in einer anderen Farbe kann einen Raum vollkommen verändern und eine völlig neue Stimmung schaffen. Je nach Farbton, Farbverlauf oder Technik, mit der die Wände bearbeitet werden, kann das Zimmer anschließend sogar größer, höher oder heller wirken.

Lasieren schafft Gemütlichkeit

Um bei der Wandgestaltung interessante Effekte zu erzielen, gibt es zahlreiche verschiedene Möglichkeiten. Eine beliebte Technik ist beispielsweise das Lasieren. Dabei werden die Farben absichtlich so bearbeitet, dass es aussieht, als wäre die Wand bereits Jahrhunderte alt und der Anstrich dementsprechend verblasst. Durch unterschiedliche Schattierungen kann vor allem bei warmen Farben ein gemütliches mediterranes Flair entstehen.

Um Wände zu lasieren, sollten sie zunächst mit einer weißen Wandfarbe grundiert werden. Wenn diese Farbe getrocknet ist, wird Acrylfarbe im gewünschten Farbton mit wasserlöslicher farbloser Lasur gemischt und gut umgerührt. Je nach Effekt, der erreicht werden soll, kann die Mischung nun mit einem Pinsel oder mit Naturschwämmen aufgetragen werden.

Da die Farbmischung sehr dünnflüssig ist, sollte am unteren Rand der Wand begonnen werden, damit die Farbe nicht herunterlaufen und unschöne Spuren hinterlassen kann. Der Pinsel oder der Schwamm darf dabei außerdem nicht zu nass sein. Dennoch sollte die Farbe absichtlich unregelmäßig aufgetragen werden, sogar Streifen sorgen hier für einen tollen Effekt.
Während der Arbeit solltet ihr ab und zu ein paar Schritte zurücktreten und überprüfen, ob die Wand bereits so aussieht, wie gewünscht. Falls es nötig ist, kann nun noch mal korrigiert und der Anstrich verändert werden.

Marmorieren wertet den ganzen Raum auf

Eine andere Technik, die die Wände edel und hochwertig aussehen lässt, ist das Marmorieren. Dabei schimmern die Wandfarben, als wären sie Kalkablagerungen im Marmor, wodurch der gesamten Raum besonders wertvoll wirkt.

Auch hier ist der erste Schritt, eine weiße Farbe aufzutragen und diese gut trocknen zu lassen. Danach wird die erste der drei vorab ausgewählten Farben mithilfe eines Schwamms leicht aufgetupft. Um schöne Schattierungen zu erzielen, sollten dabei immer wieder Stellen freigelassen werden.
Anschließend wiederholt ihr diesen Schritt mit der zweiten Farbe. Die Farbtupfer dürfen sich dabei ruhig überlappen, einige Stellen sollten jedoch frei bleiben.

Als Letztes malt ihr die Adern auf. Dafür reißt ihr ein Stück Backpapier ab, legt es an die Wand und betupft den Rand mit einem in Farbe getauchten Schwamm. Dieser Schritt rundet die Marmoriertechnik ab und vervollständigt den herrlich plastischen Effekt.

Malen mit weihnachtlichen Motiven

Wer wie Klaus Euler das kurzweilige und kreative Hobby Malen ausübt, sucht ständig nach neuen und passenden Motiven. Im Winter sind es die speziellen Ideen für die kalte Jahreszeit, die besonders weihnachtlich sein sollten. Mit ein wenig Fantasie fällt dem Künstler immer mehr zu diesem Thema ein. Oft sind es die kleinen Dinge des Lebens, die ein lohnenswertes Motiv darstellen. Ich habe euch heute im Stile von Klaus Euler ein paar Ideen für schöne Weihnachtsbilder zusammengefasst.

Ideen für ein schönes Bild

Schon ein einziges erleuchtetes Fenster, eine entzündete Kerze, ein hübscher Tannenzweig oder ein neckischer Schneemann können mit dem perfekten Einsatz von Licht und Schatten zu einem Kunstwerk gestaltet werden. Ebenso gerne werden als Themen für die Weihnachtszeit verwendet:

Der goldene Engel
Ein Engel mit prächtigen weißen Federn als Flügel und einem Heiligenschein auf dem Kopf sowie mit einer Laute, wobei einige Noten aus dem Mund den Gesang andeuten.

Bezaubernde Schneelandschaft
Im Vordergrund eine weiß verschneite Wiese, im Hintergrund der Wald mit schneebedeckten Tannenbäumen.

Traditioneller Tannenbaum
Ein prachtvoll geschmückter Weihnachtsbaum mit glänzenden Kugeln und strahlenden Lichtern.

Dekorative Baumkugeln
Zwei glänzende Christbaumkugeln, in denen sich Lichter spiegeln, wobei der Spiegel auch andere Dinge zeigen kann, wie zum Beispiel einen kleinen Engel oder ein Rentier im Schnee.

Festliche Glocken
Läutende Kirchenglocken im Kirchturm. Einige Noten deuten den Glockenklang an.

Der Weihnachtsmann
Der Weihnachtsmann ist immer ein nettes weihnachtliches Motiv. Je dicker, desto besser und traditionell mit einem roten Kapuzenmantel, der mit weißem Fell abgesetzt ist, dabei huckepack mit einem Sack voller Geschenke.

Rentier-Schlitten
Der Schlitten wird von Rentieren aus den Wolken auf die weihnachtliche Erde gezogen. Gerne können der Weihnachtsmann und die Geschenke sich darauf befinden.

Krippe im Stall
Ein offener Stall im Dunkeln mit den einfach gekleideten Maria und Josef sowie dem Kind in der Krippe sind schon ausreichend. Es darf aber noch der leuchtende Stern über den Stall gesetzt werden, und Schäfer mit seinen Tieren sowie ein Esel können ebenso hinzukommen. Auch können schon die Heiligen drei Könige mit ihren Gaben vor den Stall platziert werden.

Ein Weihnachtsmarkt
Auch er ist ein beliebtes Motiv mit zahlreichen interessanten Details, wobei gerne der nostalgische Marktstand mit traditioneller Kerzenbeleuchtung und mit alten Gewändern der Marktleute gewählt wird.

Das bunte Laub malen

Wenn der Herbst wieder Einzug gehalten hat, verändern sich sehr schnell die Wälder. Bevor die Bäume ihre Blätter abwerfen, bekommen diese die verschiedensten Farben. Es ist hierbei ein wirklich großes Farbenspektrum geboten. Von hellgelb bis tiefrot sind die unterschiedlichsten Farbschattierungen vorhanden. Es macht sehr viel Spaß, zum Beispiel aus dem Auto oder einem öffentlichen Verkehrsmittel die bunten Wälder zu betrachten.
Eine noch größere Freude kann es aber sein, bei einem Waldspaziergang die Farben des Herbstes aus der Nähe zu betrachten. Dies ist natürlich vor allem dann schön, wenn nicht mit Niederschlägen gerechnet werden muss.Für den MAler bieten sich hier ganz aus der Nähe herrliche Motive und Anregungen.

Mit erhöhter Temperatur müsst Ihr Euch im Herbst jedenfalls nicht herumärgern. Die Farbenpracht der Laubblätter kann dazu anregen, Bilder verschiedener Art zu malen. Es ist für einen Hobbymaler sicher eine sehr schöne Erfahrung, wenn er die verschiedenen Farben des Laubs auf eine Leinwand oder ein Stück Papier bringt. Die Farben des Laubs können natürlich auch als Motive für andere Gemälde gewählt werden. Der Herbst ist sozusagen für jeden Maler ein guter Lehrmeister, weil er schöne und natürliche Farben hervorbringt. Die Blätter können natürlich auch getrocknet werden. So könnt Ihr sehr lange Freude an ihnen haben. Sie können immer wieder als natürliches Beispiel für die Farbverwendung gelten.

Das bunte Laub kann aber auch dazu verwendet werden, einen Blumenstrauß zu ergänzen oder zu verschönern. Wenn eine Vase oder ein sonstiges Gefäß passender Größe gefunden wird, ergeben die bunten Laubblätter einen farbenprächtigen Herbststrauß. Wenn die bunten Laubblätter auf Papier aufgeklebt werden, kommen die einzelnen Farben besonders gut zur Geltung. Die Wirkung jeder einzelnen Farbe wird umso deutlicher, wenn sie neben anderen Farben angebracht wird. Durch die Verwendung von Laub können Kinder auch sehr gut die Blätter einzelner Bäume unterscheiden. Daneben können sie an die Malerei herangeführt werden.

Ein Waldspaziergang im bunten Laub ist somit nicht nur für die Seele gut sondern gleichzeitig auch ein Stück Natur- und Malkunde. Spielerisch können die einzelnen Blattarten und FArben angesprochen werden.

Hieraus kann sogar ein kleines Quiz gemacht werden. Dazu sind kein großer Aufwand und auch keine finanziellen Mittel notwendig. Das farbenprächtige Laub ist also in vielerlei Hinsicht sinnvoll und nützlich. Im Herbst kann man sich damit prächtig die Zeit vertreiben. Die Berührung mit der Natur kommt hierbei auf jeden Fall nicht zu kurz. Es sind in diesem Bereich sehr viele Möglichkeiten gegeben. Diese sollten natürlich auch unbedingt ausprobiert werden. Es handelt sich ganz sicher um Beschäftigungen, die sich auf jeden Fall lohnen.

Exkurs – Modern Art

Heute wird Klaus Euler einen kleinen Einblick in die Welt der „Modern Art“ geben.

Modern Art bezeichnet die Kunstepoche, die am Ende des 19. Jahrhunderts mit dem Impressionismus ihren geradezu revolutionären Anfang nahm und im Grunde, will man sie nicht generell von der zeitgenössischen Kunst als eigenes Konzept abgrenzen, bis heute andauert.
Einerseits noch der Tradition in Form der klassischen Gesetze der Malerei verhaftet, verzichtete der Impressionismus andererseits weitgehend auf jeglichen historischen, literarischen sowie ideologischen Bildinhalt und beendete damit das bisher vorherrschende Ideal der realistischen Kunst. Ziel der neuen Bewegung war es, stattdessen einen Augenblickszustand einzufangen. Damit setzte sich die Kunstrichtung allerdings auch gleichzeitig der Gefahr aus, zur verflachten Dekorationsmalerei zu verkommen. Aus diesem Grund waren die folgenden Strömungen der Modern Art stark darauf ausgerichtet, trotz der Loslösung von Form und Inhalt, feste, aber eben nur rein künstlerische Gesetze zu schaffen.

Insbesondere Cézanne begann in der Natur selbst nach Strukturen sowie Regeln zu suchen und entwickelte letztendlich eine Darstellungsweise, bei der Farbflächen je nach optischem Eindruck als Kugel-, Kegel- oder Zylinderform aneinander gereiht wurden und auf diese Art und Weise Raum und Körper wiedergaben.
Cézanne selbst hatte in dieser Bildsprache noch keine Abwendung von der Wirklichkeitswiedergabe gesehen, erst die Künstler, die auf ihn folgten, vollzogen mit der Begründung des Kubismus schließlich den Schritt zu einer reinen Kunstsprache, die über die schlichte Wiedergabe von Wirklichkeit hinausging, sich immer stärker abstrakten Formen zuwendete und damit eigene Gesetzmäßigkeiten schuf.
Deutlich zu erkennen ist zu diesem Zeitpunkt auch bereits der Einfluss der Psychoanalyse auf die Malerei und die Gesellschaft im Allgemeinen.
Neben die inhaltlichen Neuerungen der Modern Art traten zusehends auch Änderungen im zur Darstellung verwendeten Material, die sich zum Beispiel in den „Papiers Collés“ zeigten, Collagen, bei denen Elemente nicht nachgeahmt, sondern direkt in das Bild geklebt wurden. Diese Technik führte schließlich unter anderem zu dem Konzept der „Objets trouvés“, bei dem gefundene Gegenstände unverändert integriert wurden, über den Kubismus hinaus, fand diese Methode ihren Weg auch in die Werke der Dadaisten und der Surrealisten.
Im Laufe der Zeit entwickelte die Modern Art dann einen immer höheren Grad der Abstraktion, der, in verschiedenen Ansätzen, auf die völlige Ungegenständlichkeit der Bildsprache hinauslief und im von Kasimir Malewitsch entwickelten Suprematismus und auch in Piet Mondrians Werken ihren Höhepunkt fand.
Nach dem 2. Weltkrieg schließlich suchten die Künstler Wege zu neuer Individualität und bisher unbekannten Ausdrucksmöglichkeiten, dies führte dazu, dass das Reflektieren über die Formen der Kunst und die ihr zugrunde liegenden Positionen, die Gestaltung an sich weitgehend ersetzte und der Betrachter als Mitdenkender oder sogar -gestaltender in die künstlerischen Zusammenhänge einbezogen wurde.

Sommer, Sonne, Hitze – Fluch oder Segen für Maler?

Bei Sommer und Malerei hat man leicht das etwas romantisch verklärte Bild vom einsamen Künstler mit Staffelei und Ölfarben an einer Küste vorm inneren Auge. Vielleicht denkt man auch an die Sommerwiese oder eine Berglandschaft. Auf jeden Fall ist die Natur das, was sich einem Maler wie Klaus Euler im Sommer besser als zu jeder anderen Jahreszeit erschließt. Kein Regen oder starker Wind muss berücksichtigt werden. Statt mit Klemmen gegen das Wegfliegen der Zeichenunterlage zu kämpfen oder damit konfrontiert zu sein, schnell einpacken zu müssen, falls ein Gewitter aufzieht, kann man sich einfach aufs Feld setzen und anfangen. Oder?

Der Sommer ist Zweifels ohne eine schöne Jahreszeit zum Malen und Zeichnen. Nicht nur sind viele Kontraste deutlicher als im Herbst oder Frühjahr. Man muss eben auch nicht mit feuchter Witterung rechnen, mit Wolkenbrüchen oder Böen. Das macht den Maler unabhängig. Er kann seine Sachen packen und sich draußen einen Platz suchen, an dem er nicht frieren oder unter Zeitdruck arbeiten muss. Dort bleibt es dank des langen Sonnentages viele Stunden hell und man hat die Möglichkeit, das Motiv länger bei gleichen Lichtbedingungen zu beobachten. Das alles erleichtert die Kunst.

Aber es gibt auch einiges zu beachten. So sollte man in der heißen Jahreszeit stets zügig und gezielt arbeiten, wenn man mit Wasser arbeitet. Aquarelle im Sommer sind schwierig, denn bei starker Hitze bleibt wenig Spielraum, die Farben noch verschwimmen zu lassen. Man muss jeden Pinselstrich planvoll setzen, bevor alles eingetrocknet ist, Ränder entstehen und man das Ergebnis nur noch wenig modellieren kann. Für Aquarelle eignet sich deshalb eher das Frühjahr. Gleiches gilt für Acrylfarben. Sie sind zwar flexibler mischbar, auch nach Trocknung, und notfalls kann man eine misslungene Stelle dank ihrer starken Deckkraft auch noch einmal überpinseln. Bei einem dicken Farbauftrag kann es jedoch zum Einreißen der Farbe kommen. Wenn es zu heiß ist, platzt diese dann grob oder fein auf und der Auftrag beginnt, spätestens beim Transport, zu bröckeln.

Grundsätzlich gilt: Alle wasserlöslichen Farben trocknen schnell aus. Je mehr sie verdünnt werden, desto leichter. Man sollte also Farben nutzen, die sich leicht wieder anlösen oder decken lassen. Ideal wären hierfür einfache Töpfchenfarben auf Wasserbasis oder Tempera. Sie sind auch nach Auftrag löslich, bilden keine zu dicken Farbschichten und decken dennoch ausreichend – ein guter Mittelweg für die Praxis. Wem das nicht genügt, der kann sich an Ölfarben halten. Sie trocknen weniger schnell und sind nach Auftrag noch etwas modellierbar oder überstreichbar. Man sollte sie dennoch – wie auch alle übrigen Farben – keiner direkten Sonnenstrahlung aussetzen. Der Schattenplatz tut nicht nur dem Maler gut, sondern auch dem Bild. Außerdem sollte mit Lösungsmitteln für die Pinselreinigung im Sommer besonders vorsichtig und sparsam umgegangen werden. Es ist sinnvoll, auf reizende und brennbare Mittel so weit wie möglich zu verzichten.

Neben diesen Problemen vor Ort kann man planen, welche Arbeiten zu Hause möglich sind. Versiegelungen etwa können hier aufgetragen werden. Auch Farbkorrekturen und Kontraste lassen sich besser im Schatten nacharbeiten, da sehr helles Licht die Einschätzung vor Ort erschwert.

Der Sommer kann also anstrengend sein. Alles in allem ist er dennoch eine wunderbare Jahreszeit für den Maler. Das Wetter lässt große Freiheit in der Wahl des Ortes und künstlerischen Objektes zu. Klare Sicht und kräftige Farbtöne laden zur Motivsuche ein. Mit den richtigen Farben, einer schnellen Arbeitsweise und Planung kann man die vielen Sonnenstunden nutzen und sich den Herausforderungen anpassen.

Die Kunst der Tusche

Der Hang zur Hobbymalerei beginnt für viele wie auch für Klaus Euler bereits in Kindesalter. Kindermalschulen fördern den Nachwuchs heute gezielt, während man früher nur im Kunstunterricht an der Schule den Tuschkasten herausholen durfte.

Einige der Tuschezeichnungen, die zu Malwettbewerben eingereicht werden, werden von übereifrigen Müttern gemacht. Dabei ist es wichtig, Kindern ihren eigenen Ausdruck zu lassen. Es gibt in der Kunst kein Richtig und kein Falsch. Wenn ein Kind eine Banane rot malt und ein Gesicht blau, entspricht das seinem ureigenen Empfinden. Hat man Kenntnis von der großen Kunst, weiß man, dass mancher berühmte Maler es ähnlich sah. Manche malten Dinge über Kopf. Paul Klee malte am Küchentisch statt ein Atelier zu nutzen.

Die Kunst der Tuschemalerei hat viele Facetten. Vom Tuschkasten zur Kalligrafie zu kommen, ist nur ein kleiner Schritt. Wem das Malen von asiatischen Buchstaben nicht liegt, erlernt auch nie die Fertigkeit, Tuschezeichnungen in wenigen Strichen anzulegen. Hier geht es nicht darum, einen Umriss mit einer Tuschfarbe auszumalen, sondern mit möglichst wenigen Strichen und einer fließenden Bewegung die Essenz einer Blume oder eines Vogels zu erfassen. Diese Kunst bedarf genauen Hinsehens und hoher Konzentration. Die Kunst der Schwarz-Weiß-Malerei mit Tusche heißt übrigens Sumi-e.

Im Gegensatz dazu stehen Tuschezeichnungen, die als Aquarell zu bezeichnen sind. Man kann mit Stiften vorzeichnen und dann aquarellieren oder umgekehrt: zuerst Farbflächen anlegen und dann nachzeichnen. Volkshochschulkurse sind Experimentierküchen, wo man gut von anderen lernen kann. In manchen Orten gibt es auch Malschulen. Viele gestandene Maler unterrichten Schüler privat. Heutzutage kann man sogar die Grundlagen der Farbfeldmalerei in einem Onlinekurs erlernen. Hunderte von Büchern stehen als Praxiseinführungen zu jedem Thema der Malerei zur Verfügung.

Mit dem Pinsel und Tusche kann man Pinselzeichnungen ausführen oder Farbflächen gestalten. Man kann deckende Flächen setzen oder durchscheinende Lasuren anlegen. Ob man dazu Pinsel und Tuschsteine, Federn mit Ausziehtusche oder einen 24-Farb-Tuschkasten und kleine Schwämmchen zur Gestaltung seiner Ideen einsetzt, ist einem selbst überlassen. Federkiele, Pinsel, Kalligrafiefedern, Sprühdosen oder Pappstücke können Oberflächen gestalten. Fragen muss man sich, ob man wasserunlösliche oder wasserlösliche Tuschfarben verwendet, bei denen man nach dem Trocknen noch etwas ändern könnte. Nicht Gefallendes übermalen kann man allerdings immer.

Prinzipiell kann man mit Tusche jede Art von Malerei ausführen. Auf Dauer wird aber die mindere Farbbrillanz von Tuschfarben augenfällig. Oft wechselt man dann zu höher pigmentierten Öl- oder Acrylfarben. So oder so sind Gesundheitsgefahren zu beachten, denn auch Tuschfarben können Lösungsmittel und ähnliches enthalten. Wenn Kunst krank macht, hat sie ihren Reiz verloren.

Frühlingserwachen – frische Farben in der Malerei

Der Frühling zieht an niemandem spurlos vorüber, schon gar nicht am ohnehin schon wachen Geist eines Künstlers wie Klaus Euler. Er nimmt die Farben, die Düfte und die unsichtbare Stimmung umso deutlicher wahr und will sie einfangen, auch wenn das jedes Jahr schon zahlreiche Maler vor ihm getan haben. Fürs malerische Frühlingserwachen sind frische Farben wichtig, die betonen, wie schön es sein kann, wenn nach und nach neues Leben aufkeimt.

Frühlingsfarben – eine Geschmacksfrage?
Wir alle verbinden mit dem Frühling helle, fröhliche Pastell-Töne, die freundlich und offen wirken und uns daran erinnern, dass das schlafende Leben endlich unter der geschmolzenen Schneedecke hervorkommt. Insbesondere verbinden wir damit sanfte Pastelltöne, denn auch die ersten Frühblüher sind zart und wollen beschützt werden. Typische Frühlingslandschaften sind ohnehin auf die Frühlingsfarben der Natur angewiesen, und auch die warten erst im Sommer mit starken Kontrasten und knalligen Effekten auf. Vorher sind sie zart, weich und unterstreichen, dass die Natur gerade wieder zum Leben erwacht ist.

Frühlingsmalerei – es muss nicht immer Natur pur sein
Malerei im Frühling muss nicht immer die klassische Naturszene sei. Oft genug fühlen wir uns durch den warmen Frühlingswind und die ersten Sonnenstrahlen auch zu ganz anderen Szenen inspiriert. Genau darin liegt das Stichwort. Im Frühling geht es um aufblühendes Leben in jeder Hinsicht, denn nicht nur die Natur erwacht wieder zu frischem Leben. Selbst in einer pulsierenden Großstadt erwacht wieder alles nach dem Winterschlaf und wir gehen wieder gerne in knappen Klamotten auf die Straßen. Durch die längere Tageslichtdauer spielt das (Sonnen-)Licht im Frühling eine ebenso bedeutende Rolle. Doch woran ist in der Malerei erkennbar, dass wir den Frühling thematisieren wollten? An den frischen Farben!

Farben und Frische
Eine Farbe kann frisch sein, weil sie hell und sanft ausfällt. Sie kann aber auch in jeder Schattierung ganz grundsätzlich als frisch wahrgenommen werden. Im Frühling spielen optimistische, helle Farben wie gelb und orange eine Rolle, aber sie dürfen auch wieder nicht zu intensiv ausfallen – andernfalls werden sie eher mit dem Sommer assoziiert. Grün als Farbe der überall sprießenden Knospen darf natürlich auch nicht fehlen. Dann wieder spielen die typischen Blütentöne eine Rolle, allen voran rosa, lila, hellblau, weiß… einfach mal einen Blick aus dem Fenster werfen und für sich selbst sehen, welche Farben die Natur vorgibt. Pastelltöne und helle Schattierungen signalisieren, dass trotz der warmen Sonnenstrahlen noch kein Sommer herrscht – denn das Leben braucht noch eine Weile, um sich voll zu entfalten.