Die Friendenstaube von Picasso

Picassos Friedenstaube als Symbol der Hoffnung

Im Jahr 1949 schuf Pablo Picasso für den Pariser Weltfriedenskongress seine Friedenstaube: eine Lithografie. Picassos Tochter, die am Tage des Kongresses geboren wurde, erhielt den Namen Paloma, was im Spanischen Frieden bedeutet. Sechs Jahre später sollte Picasso für seine Darstellung der Taube den Weltfriedenspreis erhalten. Die Taube besteht lediglich aus vier schwungvollen Linien und einem Punkt, der das Auge darstellt. In ihrem Schnabel trägt sie einen Ölzweig. Nach alttestamentarischer Überlieferung, hieran habe sich Picasso orientiert, zeugt der Ölzweig von Hoffnung und vom Ende der Entbehrungen.
Ein Land, dessen Bewohner ein solches Ende lange herbeisehnten, ist Israel. Sieben Wochen dauerten die jüngsten Gefechte zwischen Palästinensern und Israel an.
Das Ende des Konfliktes im Gazastreifen?

In der internationalen Presse wurde wieder einmal Bilanz gezogen. Ende Juli seien bereits mehr als 50 Israelis ums Leben gekommen und mindesten 1300 Palästinenser, hauptsächlich Zivilbevölkerung, so berichtete die BBC. Es existieren erschütternde Fotografien der zerstörten Stadt Shejaiy. Die New York Times bilanziert, der letzte Konflikt habe die Infrastruktur im Gazastreifen stärker zerstört als die vorangegangenen beiden Kriege im Gazastreifen. Der Gazastreifen habe ein Viertel seiner Bevölkerung verloren.
Nun, seit dem 26.8.2014, herrscht Waffenruhe. Diese sei unbefristet, so heißt es. Tatsächlich zeigten sich bei den Feierlichkeiten erstmals bedeutende Hamasvertreter und Vertreter des islamischen Dschihad gemeinsam. Die Blockade des Küstengebietes sei teilweise aufgehoben, so lauten die Erfolgsmeldungen. Es existieren aber bereits auf beiden Seiten Forderungen. Ein Hafen solle gebaut werden, so verlangen die Palästinenser. Israel fordert die Entmilitarisierung des Gebietes.
Ursachen des Konfliktes

Ein weiteres Zeugnis des Pazifismus Pablo Picassos ist „Guernica“. Das Gemälde stellt einen Luftangriff der deutschen Legion auf die gleichnamige Ortschaft dar. Auf die Frage der Gestapo, ob dies sein Werk sei, soll Picasso geantwortet haben: „Nein, das ist ihr Werk.“ Wessen Werk aber ist der Gazakonflikt, fragt sich nicht nur Klaus Euler?
Der Staat Israel will die Hoheit über den Gazastreifen. Die Palästinenser gehören nicht dem Volk Israels an. Es handelt sich demnach um einen Krieg um das Staatsrecht im wohl bekanntesten Küstengebiet des Mittelmeers. Gegen die Staatsmacht Israels haben palästinensische Politiker wenig aufzubieten, dennoch wird auf dem eigenen Interesse bestanden. Das Ungleichgewicht militärischer Macht führt zu den hohen Verlusten unter der palästinensischen Zivilbevölkerung. Solange diese geringe Gegengewalt den politischen Vertretern aufseiten der Palästinenser als Demonstration deren Willens gilt, ist eine endgültige Lösung nicht abzusehen. Es sei denn, eine andere Macht gewährleistet eine friedliche Koexistenz von Israelis und Palästinensern.

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Henri Matisse

Der Fauvismus und seine „wilden Tiere“

Das Wort Fauvismus kommt vom französischen „fauves“ und wird mit „wilde Tiere“ oder „wilde Bestien“ übersetzt. Diesen spöttischen Namen erhielt die Stilrichtung der französischen Malerei durch den Pariser Kunstkritiker Louis Vauxcelles, der 1905 die ausgestellten Werke der Fauvisten im Saal VII des Salon d’Automne besichtigte und sich von „wilden Bestien“ umgeben fühlte. Obwohl die Fauvisten selber den Namen ablehnten, blieb er dennoch an ihnen hängen.

Die Stilrichtung des Fauvismus – Farbe und Form als Ausdrucksmittel

Der Fauvismus stellte für die meisten Künstler eine experimentelle Phase dar. Die Gruppe verstand sich als eine freundschaftliche. Es gab kein Manifest – jeder entwickelte seinen eigenen Stil. Was sie jedoch verband war, dass sie mit den zarten Farben des Impressionismus, aber auch mit dem Realismus brechen wollten. Die wichtigsten beiden Ausdrucksmittel waren die leuchtenden, ungebrochenen Farben, die auch in Komplementärkontrasten nebeneinander angeordnet wurden, um die Leuchtkraft noch weiter zu betonen, sowie die unrealistische, auch nicht proportionale Malweise. Bezeichnend für den Fauvismus ist ebenso die sehr flächige Darstellungsweise, oft mit fehlender perspektivischer Tiefe. Es herrscht eine heitere Grundstimmung in den Bildern. Die Motive selber waren meist unverändert und oft dieselben wie die der Impressionisten, jedoch verzerrt, flächig, oft mit Umrisslinien versehen, um kräftigere Konturen zu erlangen, und voll von leuchtendem Farbspiel.

Vertreter des Fauvismus

Unter den Künstlern des Fauvismus kann eine Aufteilung in die drei folgenden großen Gruppen vorgenommen werden

1. Die erste Gruppe umfasst Gustave Moreau und seine Schüler Henri Matisse, Charles Camoin, Jean Puy, Henri Manguin und Albert Marquet.
2. Zur Gruppe aus Chatou zählen André Derain und Marice de Vlaminck.
3. Zur dritten Gruppe zählt das Trio aus Le Havre: Georges Braque, Othon Friesz und Raoul Dufy.

Henri Émile Benoit Matisse – ein lebenslanger Anhänger

Der als führender Vertreter des Fauvismus betitelte Maler Henri Matisse. Er wurde am 31.12.1869 in Frankreich geboren. Nach Abbruch seines Studiums der Rechtswissenschaften begann er 1890 zu malen. Im Jahr 1895 wurde er an der École des Beaux-Arts als Schüler von Gustave Moreau aufgenommen. Nach dessen Tod 1898 verließ er diese wieder, da es Differenzen mit dessen Nachfolger gab. Damit begann sein Werdegang, der die Entstehung und den Stil des Fauvismus entscheidend beeinflusste.

Nachdem er 1902 seine ersten Bilder verkauft hatte und 1904 seine erste Einzelausstellung bekommen hatte, arbeitete er mit André Derain, dem zweiten führenden Vertreter des Fauvismus, zusammen. Mit ihm gemeinsam entwickelte er einen neuen Stil in der Kunstgeschichte, die später als Fauvismus bezeichnet werden sollte.

Nach dem durch die Bewegung des Kubismus ausgelösten Auflösens der Gemeinschaft der Fauvisten im Jahr 1907 – Matisse allein blieb sein Leben lang ein „Wilder“ – gründete er 1908 seine eigene Privatschule, die Académie Matisse, an der er bis 1911 etwa 100 Schüler unterrichtete. Matisse erhielt nach dem Auflösen der Bewegung große nationale und internationale Aufmerksamkeit. Er starb am 03.11.1954 in einem Vorort von Nizza an einem Herzanfall.

Viele Millionen für Portraits – verspäteter Geldsegen für Picasso und Co

Sie hängen in den berühmtesten Museen von Paris, Rom, Madrid oder Wien. Bei Auktionen in London oder New York brechen sie regelmäßig Verkaufsrekorde und Sammler in Moskau und Tokio sind bereit Millionen von Dollar für sie zu bezahlen. Die Rede ist von den Gemälden von Rubens, Rembrandt, Monet, Picasso oder Klimt. Eigentlich ist es kaum vorstellbar, dass nicht alle Werke weltbekannter Künstler schon ihren Besitzer gefunden haben. Doch in fast regelmäßigen Abständen werden wertvolle Kunstwerke am Speicher, im Keller oder in Lagerhallen entdeckt. Die Ursache für deren lange Verschollenheit ist vielfältig. Viele Bilder wurden im Lauf der Zeit ihren rechtmäßigen Besitzern gestohlen. Einer der spektakulärsten Fälle ereignete sich im Herbst 2013 als in München über 1000 Meisterwerke in einer Wohnung gefunden wurden. Bis die Rechtslage in diesem Fall geklärt ist, wird einige Zeit vergehen und die jeweiligen Eigentümer müssen auf einen erhofften Geldsegen wohl noch länger warten.

Trotz der oft schwierig feststellbaren Eigentumsverhältnisse erweist sich der unerhoffte Fund von Picasso und Co für viele als echter Glücksfall. Neben versteckten Diebesgut und vergessenen Exemplaren kann es noch einen Grund dafür geben, dass man seinen alten Meister noch nicht zu Geld gemacht hat. Es hat bis dato einfach noch niemand festgestellt, welcher Schöpfer für das Stillleben, für die Landschaftsszene oder das Porträt verantwortlich ist. Dies kann besonders bei den flämischen Malern der Fall sein. Bruegel und seine Kollegen arbeiteten nämlich oft mit zahlreichen anderen Künstler zusammen, deren Art zu malen sich sehr ähnlich war. Daher sind sich auch Experten oft nicht einig, welchen Wert ein Gemälde tatsächlich hat. Berühmtestes Beispiel wie sich die Kunstwelt irren kann, ist der „Mann mit dem Goldhelm“. Lange wurde das Bild Rembrandt zugeschrieben. Heute geht man davon aus, dass jemand anderer den Pinsel geschwungen hat.

Für den Privaten ist natürlich ein anderer Fall interessanter. Das von der Oma vererbte Ölgemälde oder die vom Onkel geschenkte Radierung ist nicht von einem unbekannten Künstler, sondern von einem der ganz Großen erschaffen worden. Dann kommt es oft zu einem unverhofften Millionensegen. 2013 entdeckte etwa ein Familienvater in Österreich auf seinem Dachboden eine Mappe mit bisher unbekannten Schiele Gemälden. Bei einem Verkauf werden die Bilder wohl ein kleines Vermögen einbringen.

Von der Idee zur Skizze bis zum Gemälde – ein Ablaufplan

Malen ist nicht nur für Klaus Euler eine der schönsten Formen, Ideen anschaulich auszudrücken, sondern auch für viele Kreative und Künstler. Dabei hilft es oft, trotz Schaffensdrang den Weg zum Gemälde in groben Zügen zu planen. Im Folgenden hab ich einen kleinen Ablaufsplan skizziert, der dabei helfen kann.

Vorbereitung

Gerade ist da diese Idee in eurem Kopf entstanden und nun will sie auch schon hinaus und auf Papier oder Leinwand gebannt werden. Haltet sie vor eurem geistigen Auge noch einen Moment gedanklich fest, um zu entscheiden, womit ihr sie malen wollt. Habt ihr einen geeigneten Maluntergrund und Farbmaterial gewählt, skizziert ihr zunächst eure Idee. Bedenkt dabei auch, ob und wie die Skizze später sichtbar sein wird. Sucht danach euren Skizzierstift aus. Legt zunächst das Bildformat fest und darauf dann die Größe und Position eurer Idee.

Skizze

Umreißt mögliche markante Punkte Freihand und teilt vorgesehene Bereiche ein. Zieht nach Bedarf Linien, messt gegebenenfalls Fluchtpunkte aus oder bedient euch wenn nötig auch der Hilfe von Schablonen. Ob ihr zarte feine Striche setzt oder euer Blatt unkonventionell durch Knicken in Bereiche teilt, ist ganz euch überlassen. Perspektiven, Proportionen und geometrische Körper sind meistens aufwendiger zu skizzieren. Je nach Idee und angestrebtem Ausdruck (beispielsweise abstrakt, impressionistisch oder detailgetreu) wird eure Skizze eher grob oder detailreich ausfallen. Wenn ihr meint, ihr haben alles erfasst, betrachtet sie aus der Entfernung. Prüft, ob ihr eure Idee in Grundzügen in der Skizze wiederfindet. Ist dies der Fall, habt ihr den ersten Schritt schon geschafft.

Das Malen

Nun geht es an das eigentliche Malen. Mit euren Farben verfeinert und füllt ihr die Skizze in weiteren Schritten so lange, bis eure Idee als Gemälde fertig vor euch liegt. Je nach gewähltem Material und bevorzugter Technik sind dabei die Eigenheiten der jeweiligen Malerei zu beachten.

Schritte festlegen

Es kann je nach Material beispielsweise sinnvoll sein, sich während des Malprozesses zunächst einem Objekt im Detail zu widmen und später dem Hintergrund. Einige Ideen nehmen besser Gestalt an, wenn ihr mit den hellen Farbpartien beginnt und euch durch die verschiedenen Nuancen zu den dunklen Farben vorarbeitet. Auch Trocknungsprozesse und die Möglichkeit des Ausblendens durch Verschmieren und Verwischen von Farben solltet ihr in eurer Planung zum weiteren Vorgehen bedenken. Wenn ihr perspektivisch oder räumlich malt, ergeben sich einzelne Malschritte durch das Vorhandensein von Objekten, Lichteinfall und deren Schatten.

Der letzte Schliff

Betrachtet euer Werk zwischendurch aus einiger Entfernung, um die Gesamtwirkung und die Tonwerte besser einschätzen zu können. Ihr könnt euch auch einen weiteren Betrachter hinzuholen und euch beraten. Manchmal empfiehlt es sich nach einer ausführlichen Bildbesprechung, hier oder dort noch Akzente zu setzen, bevor ihr euer Gemälde für vollendet erklären möchtet.

Der Evangelist Lukas – Schutzpatron der Kunstmaler

Das neue Jahr hat gerade erst begonnen und doch gibt es bereits einen neuen Blogartikel von Klaus Euler. Dieses Mal befasse ich mich mit der Verbindung von Kunst und Kirche, denn nicht nur Seefahrer und Feuerwehrmänner haben Schutzpatrone, sondern auch Künstler.

Der Evangelist Lukas hat nicht nur das Lukas-Evangelium verfasst, sondern war gleichfalls Arzt und – so die Legende – ein begnadeter Maler. Mehr als 7000 Bildnisse der Muttergottes und des Christuskindes werden ihm zugeschrieben. Seit dem 14. Jahrhundert gilt Lukas als Schutzpatron der Malergilden, die sich daher auch als Lukas-Gilden oder Lukas-Bruderschaften bezeichnen.

Lukas als Maler: Historische Überlieferungen
Der Mythos, dass Lukas Maria und Christus gemalt hat, kam im 6. Jahrhundert auf. Was den Tatsachen entspricht, weiß man nicht. So ist nicht eindeutig nachweisbar, dass Lukas zum engsten Kreis der Apostel gehörte. Doch wenn die Vermutung stimmt, konnte er den Lebensweg Christi begleiten und aus nächster Nähe dokumentieren.
Die ältesten Schriftquellen, die Lukas als Maler hervorheben, sind aus dem 8. Jahrhundert aus Byzanz überliefert. Im westeuropäischen Raum setzte sich die Legende erst im Mittelalter durch. Um 1180 berichtete Nicolaus Maniacoria von Lukas’ Malerei, im 13. Jahrhundert fügte der Chronist Jacobus de Voragine die Malerlegende in die Biografie des Evangelisten ein. Seit damals haben sich Szenen, die Lukas beim Zeichnen oder Malen der Gottesmutter und des Christuskindes zeigen, zu Standardmotiven der Kunstgeschichte entwickelt. Maler verliehen ihrer Verehrung Ausdruck, wiesen damit selbstbewusst auf ihren Berufsstand hin und setzten immer auch ihre gesellschaftliche Identität in Szene.

Lukas als Patron der Maler: Kunsthistorische Zeugnisse
Die Liste der Künstler, die Lukas an der Staffelei abbildeten, ist lang. Rogier van der Weyden stellte 1440 das wohl berühmteste Werk mit dem Titel „Der Heilige Lukas porträtiert die Madonna“ fertig. Hier sind nicht allein Lukas und sein Motiv, sondern gleichfalls Maria und Christus zu sehen. Sie symbolisieren die Religion, erweitern also den durch Lukas gegebenen allegorischen Hinweis auf die Malerei. Auch auf den Renaissance-Gemälden von Colijn de Coter (um 1490/93), Jan Gossaert (um 1520) und Bartholomäus Spranger (1582) oder auf den barocken Bildnissen Luca Giordanos (um 1650/55) und Pierre Mignards (1695) kommen sowohl Lukas als auch die beiden wichtigsten Figuren des Christentums zur Geltung.
Dagegen stellte Andrea Mantegna zu Beginn des 16. Jahrhunderts in seinen Fresken in der Basilika Sant’ Andrea in Mantua allein den malenden Evangelisten dar. Schon bei Mantegna rückt Lukas’ Bedeutung für die Malerzunft ins Zentrum, und im 19. Jahrhundert hoben Friedrich Overbeck und Franz Pforr mit der Gründung ihres „Lukasbundes“ Vergleichbares hervor. Ihre 1809 ins Leben gerufene Gruppe ist auch unter dem Namen „Nazarener“ bekannt: Mit dem Mittelalter und der Renaissance idealisierten die beteiligten Künstler die Blütezeit der Lukas-Verehrung.

Landschaftsfotografie

Das Ablichten von Landschaften ist für Klaus Euler der Bereich der Fotografie, in dem Ihr Eure fotografischen Kenntnisse besonders gut erweitern könnt. Hier könnt Ihr experimentieren, verwerfen und immer nach neuen Motiven suchen. Ihr lernt die Besonderheiten Eurer Kamera kennen und seid unabhängig vom menschlichen Motiv. Gerade jetzt wenn die letzten Blätter fallen, lassen sich besonders schöne Momente einfangen!

Die Technik

Wenn Ihr Landschaften fotografiert, genügt für alltägliche Aufnahmen bereits Eure einfache Digicam. Einschränkungen bestehen erst, wenn Ihr für weit entfernte Objekte den Kamerazoom benutzen müsst. Diese Bilder werden meist unscharf. Bei hohen Bäumen etc. fehlt Euch ein Weitwinkelobjektiv und die Größenverhältnisse wirken etwas verzerrt.
Legt Ihr jedoch später zwei Bilder mit dem gleichen Motiv nebeneinander, die mit einer Digicam bzw. einer digitalen Spiegelreflexkamera aufgenommen wurden, werdet Ihr den qualitativen Unterschied in der Tiefenschärfe etc. erkennen. Die Technik ist deshalb lediglich eine Frage des qualitativen Anspruchs und der finanziellen Möglichkeiten.

Arbeitet nie gegen das Sonnenlicht

Die wichtigste Grundregel der Landschaftsfotografie besteht darin, nie gegen die Sonne zu fotografieren. Diese Bilder sind immer grell, überbelichtet und wirken oft dunstig. Die Entscheidung zu einer gelungenen Aufnahme führt sogar soweit, dass Ihr dieses Motiv zu einer anderen Tageszeit nochmals aufsuchen müsst, wenn Ihr das Sonnenlicht im Rücken habt. Entscheidet Ihr Euch für Licht von der Seite, werden Eure Fotos von störenden Schatten und schwarze Flecken beeinträchtigt.

Motiv und innere Stimmung

Ihr steht auf einer Bergkuppe und Euer Blick wandert im Flirren der Sommerhitze über den ausgedehnten Talkessel mit seinem dichten Baumbestand. Grillen zirpen zu Euren Füßen und der Duft des blühenden Oleanders steigt in Eurer Nase auf – ein Bild für die Ewigkeit!
Übrig von diesem atemberaubenden Flair bleibt auf dem Foto eine langweilig wirkende, grüne Fläche. Ihr habt Euch von Eurer Stimmung verleiten lassen. Eure Kamera indessen kann nur das Objekt erkennen. Findet bei Eurer Motivsuche wenigstens den knorrigen Baum mit seiner kahlen Krone, der das Bild belebt.

Inszeniert Eure Landschaft

Der hohe Baum mit seiner gewaltig ausladenden Krone ist ein Foto wert! Ihr richtet Eure Kamera so ein, dass er mittig auf dem Foto erscheint. Später ist er auf Eurem Foto lediglich ein Baum. Setzt ihn in Szene. Zeigt, dass er z. B. auf einer blühenden Sommerwiese steht, und schafft damit Atmosphäre. Teilt Euer Kameradisplay gedanklich in drei nebeneinander angeordnete Sektoren ein. Achtet darauf, dass Euer Hauptmotiv niemals, platt und dominierend, im mittleren Sektor auf dem Bild steht.

Viele Fotos helfen beim Lernen

Die digitale Fotografie ermöglicht viele Fotos, bis der Chip gefüllt ist. Nutzt diesen Vorteil zum Lernen und Üben. Vergleicht anschließend Eure Fotos und lernt daraus. Dann ist die Landschaftsfotografie eine Fotoschule mit Wohlfühleffekt.

Dadaismus – die Anti-Kunst-Bewegung

Was ist Dada? Die Frage lässt sich nicht so einfach beantworten, denn Dada ist nicht, wie der Impressionismus, der Expressionismus oder dergleichen ein Stil, in dem Künstler und Künstlerinnen arbeiten. Dada ist mehr eine Art von Lebenseinstellung, die auf die Kunst übergriff und sich zum Ziel setzte, alle Arten der Kunst ad absurdum zu führen.

Synthese von Musik, Theater, Literatur und Bildender Kunst

Normalerweise lassen sich die Künste halbwegs klar separieren: Musik ist für die Ohren, Malerei und Skulptur für das Auge, Theater für Auge und Ohr zusammen, Literatur für das Gemüt. Was ist Dada? Dada ist alles. Die Künstler des Dada inszenierten in den 1910er Jahren Events und Happenings, die allesamt ein Gesamtkunstwerk waren. Räume wurden mithilfe von Licht, Farbe, Möbelstücken und Requisiten hergerichtet, Literatur wurde rezitiert, Kunstwerke wurden präsentiert. Alles war Performance, alles stand unter dem Gedanken von Dada. Auch die Musik, die die Inszenierung untermalte. Die Grenzen zwischen den einzelnen Kunstformen verschwammen, und der Grundstein des heutigen Kunst-Events war gelegt.

Warum?

Auf diese Frage antwortet Dada selbst: Warum nicht? Die Bewegung entstand in einer sehr schwierigen Zeit. Wissenschaftliche Erkenntnisse und technische Errungenschaften überschlugen sich, der Fortschritt nahm ein nie gekanntes Tempo und Ausmaß an. Und plötzlich stand der Mensch im Mittelpunkt: Er war das Objekt medizinischer Untersuchungen, psychologischer Erkenntnisse, anthropologischer Vermessungen und kultureller Forschung. Die Künstler und Künstlerinnen des Dada waren weltoffen, sie reisten, bildeten sich beständig fort, waren politisch aktiv und in den klassischen Wissenschaften bewandert. Sie verfolgten das Tagesgeschehen. Und inmitten dieses immensen Fortschritts und Wissens fand ihr Kunstschaffen statt, das all die Einflüsse aufnahm und verarbeitete. So, wie andere Kunstrichtungen immer im Rahmen des Zeitgeschehens gesehen werden müssen, ist auch Dada Ausdruck einer Epoche. Allerdings war dies eine recht schnelllebige Epoche, denn der Weltkrieg war bei Aufflammen der Bewegung 1916 voll im Gang, der zweite folgte bald. Dazwischen wurde die Bewegung von Zürich aus nach Berlin, Paris, New York, Hannover und Köln getragen. Sie sollte die Antithese zur Kunst sein, sollte Kunst absurd erscheinen lassen in einer Welt, in der Menschen nicht mehr die Kunst zum Staunen brauchten, die dank der Wissenschaft alle Notwendigkeit von Glauben und individuellem Können verloren hatte.

Diesen Sommer tragen die Elefanten Hüte

… mit diesem Satz machten die Künstler in Paris die Absurdität des Kunstbetriebs offensichtlich. Dada wurde selbst zur Kunstrichtung und lebt bis heute fort. Denn obwohl Dada offiziell für tot erklärt wurde, lassen sich Spuren davon noch in der zeitgenössischen Kunst finden, sind in allen Formen künstlerischen Schaffens zwischen 1916 und heute vorhanden. Denn Dada befreite die Kunst von ihrem Anspruch auf Ernsthaftigkeit.

Das bunte Laub malen

Wenn der Herbst wieder Einzug gehalten hat, verändern sich sehr schnell die Wälder. Bevor die Bäume ihre Blätter abwerfen, bekommen diese die verschiedensten Farben. Es ist hierbei ein wirklich großes Farbenspektrum geboten. Von hellgelb bis tiefrot sind die unterschiedlichsten Farbschattierungen vorhanden. Es macht sehr viel Spaß, zum Beispiel aus dem Auto oder einem öffentlichen Verkehrsmittel die bunten Wälder zu betrachten.
Eine noch größere Freude kann es aber sein, bei einem Waldspaziergang die Farben des Herbstes aus der Nähe zu betrachten. Dies ist natürlich vor allem dann schön, wenn nicht mit Niederschlägen gerechnet werden muss.Für den MAler bieten sich hier ganz aus der Nähe herrliche Motive und Anregungen.

Mit erhöhter Temperatur müsst Ihr Euch im Herbst jedenfalls nicht herumärgern. Die Farbenpracht der Laubblätter kann dazu anregen, Bilder verschiedener Art zu malen. Es ist für einen Hobbymaler sicher eine sehr schöne Erfahrung, wenn er die verschiedenen Farben des Laubs auf eine Leinwand oder ein Stück Papier bringt. Die Farben des Laubs können natürlich auch als Motive für andere Gemälde gewählt werden. Der Herbst ist sozusagen für jeden Maler ein guter Lehrmeister, weil er schöne und natürliche Farben hervorbringt. Die Blätter können natürlich auch getrocknet werden. So könnt Ihr sehr lange Freude an ihnen haben. Sie können immer wieder als natürliches Beispiel für die Farbverwendung gelten.

Das bunte Laub kann aber auch dazu verwendet werden, einen Blumenstrauß zu ergänzen oder zu verschönern. Wenn eine Vase oder ein sonstiges Gefäß passender Größe gefunden wird, ergeben die bunten Laubblätter einen farbenprächtigen Herbststrauß. Wenn die bunten Laubblätter auf Papier aufgeklebt werden, kommen die einzelnen Farben besonders gut zur Geltung. Die Wirkung jeder einzelnen Farbe wird umso deutlicher, wenn sie neben anderen Farben angebracht wird. Durch die Verwendung von Laub können Kinder auch sehr gut die Blätter einzelner Bäume unterscheiden. Daneben können sie an die Malerei herangeführt werden.

Ein Waldspaziergang im bunten Laub ist somit nicht nur für die Seele gut sondern gleichzeitig auch ein Stück Natur- und Malkunde. Spielerisch können die einzelnen Blattarten und FArben angesprochen werden.

Hieraus kann sogar ein kleines Quiz gemacht werden. Dazu sind kein großer Aufwand und auch keine finanziellen Mittel notwendig. Das farbenprächtige Laub ist also in vielerlei Hinsicht sinnvoll und nützlich. Im Herbst kann man sich damit prächtig die Zeit vertreiben. Die Berührung mit der Natur kommt hierbei auf jeden Fall nicht zu kurz. Es sind in diesem Bereich sehr viele Möglichkeiten gegeben. Diese sollten natürlich auch unbedingt ausprobiert werden. Es handelt sich ganz sicher um Beschäftigungen, die sich auf jeden Fall lohnen.

Ideenlosigkeit – Wege zu neuer Kreativität

Das Malen als kreatives Hobby ist nicht nur für Klaus Euler sehr anregend für Seele und Geist. Ideen, Gedanken oder auch äußere Eindrücke mit Farben und verschiedenen Techniken festzuhalten ist eine besondere Gabe, die ihr pflegen solltet. Jedoch kann es auch sehr fantasievollen und kreativen Künstlern passieren, dass sie in eine Phase der Ideenlosigkeit geraten. Wenn dies auftritt: Keine Panik, denn das ist normal und trifft auch große Künstler aus allen Metiers. Und es gibt mehrere Möglichkeiten für euch Wege zu neuer Kreativität zu finden.
An erster Stelle steht, dass diese Phase durchaus einmal zum kurzen Pausieren genutzt werden sollte. Es tut eurer Fantasie und der Seele nicht gut, wenn sie ständig neue Ideen entwickeln soll. Aus diesem Innehalten heraus entsteht dann der nächste Schritt: bewusst die Umwelt wahrnehmen. Ein Landschaftsmaler geht einfach in die Natur und lässt sie auf sich wirken, gegebenenfalls in Landschaftsformen, die bislang nicht zum Repertoire gehörten. So kann zum Beispiel ein Maler, der bisher hauptsächlich Gärten und Parks malte, einmal ans Meer oder in die Berge fahren und diese Landschaften bezüglich ihrer „Tauglichkeit“ für Motive betrachten.
Andersherum kann jemand, der bislang eher großformatige Landschaftspanoramen malte, sich nun an Detailansichten versuchen: einzelne Pflanzen oder Steine einer Gartenmauer, die mit Pflanzen berankt sind.
Diese Tipps zum Wechsel der Perspektive und der Ansichten gilt entsprechend für Künstler, die beispielsweise menschliche Portraits, Stillleben mit Obst und Blumen oder Gebäude gemalt haben: Schaut einfach, ob ein Wechsel der Kreativität euch zu neuen Impulsen verhilft.
Ebenfalls anregend wirkt eventuell eine andere Maltechnik. Statt Öl nun Aquarell, statt Kreide nun Kohle – die Möglichkeiten sind so wunderbar unbegrenzt und erlauben alles. Auch völlig neue Kombinationen verschiedener Techniken bieten sich an, um eure Fantasie anzuregen.
Viele Maler wie Klaus Euler nutzen zusätzlich die Option sich einer Künstler- oder Ausstellungsvereinigung anzuschließen. Unter Gleichgesinnten und in einem gemeinsamen Atelier lassen sich zahllose Anregungen für neue Werke finden – und es wird dort auch viel Erfahrungsaustausch betrieben, das Thema Ideenlosigkeit eingeschlossen.
Eine andere Möglichkeit ist es sich Bildbände über Maler und Malerei anzuschauen oder entsprechende Fernsehsendungen. Ein bekanntes Beispiel ist „The joy of painting“ von Bob Ross, der sich bei seiner atmosphärischen Landschaftsmalerei über die Schulter schauen lässt und viele, viele Tipps gibt, die sich auf andere Themen als Landschaften übertragen lassen.
Es gibt also verschiedene Wege für euch, um aus einer Phase der Ideenlosigkeit zur Kreativität zu finden – sobald neue Impulse kommen, entstehen auch wieder neue Ideen.

Exkurs – Modern Art

Heute wird Klaus Euler einen kleinen Einblick in die Welt der „Modern Art“ geben.

Modern Art bezeichnet die Kunstepoche, die am Ende des 19. Jahrhunderts mit dem Impressionismus ihren geradezu revolutionären Anfang nahm und im Grunde, will man sie nicht generell von der zeitgenössischen Kunst als eigenes Konzept abgrenzen, bis heute andauert.
Einerseits noch der Tradition in Form der klassischen Gesetze der Malerei verhaftet, verzichtete der Impressionismus andererseits weitgehend auf jeglichen historischen, literarischen sowie ideologischen Bildinhalt und beendete damit das bisher vorherrschende Ideal der realistischen Kunst. Ziel der neuen Bewegung war es, stattdessen einen Augenblickszustand einzufangen. Damit setzte sich die Kunstrichtung allerdings auch gleichzeitig der Gefahr aus, zur verflachten Dekorationsmalerei zu verkommen. Aus diesem Grund waren die folgenden Strömungen der Modern Art stark darauf ausgerichtet, trotz der Loslösung von Form und Inhalt, feste, aber eben nur rein künstlerische Gesetze zu schaffen.

Insbesondere Cézanne begann in der Natur selbst nach Strukturen sowie Regeln zu suchen und entwickelte letztendlich eine Darstellungsweise, bei der Farbflächen je nach optischem Eindruck als Kugel-, Kegel- oder Zylinderform aneinander gereiht wurden und auf diese Art und Weise Raum und Körper wiedergaben.
Cézanne selbst hatte in dieser Bildsprache noch keine Abwendung von der Wirklichkeitswiedergabe gesehen, erst die Künstler, die auf ihn folgten, vollzogen mit der Begründung des Kubismus schließlich den Schritt zu einer reinen Kunstsprache, die über die schlichte Wiedergabe von Wirklichkeit hinausging, sich immer stärker abstrakten Formen zuwendete und damit eigene Gesetzmäßigkeiten schuf.
Deutlich zu erkennen ist zu diesem Zeitpunkt auch bereits der Einfluss der Psychoanalyse auf die Malerei und die Gesellschaft im Allgemeinen.
Neben die inhaltlichen Neuerungen der Modern Art traten zusehends auch Änderungen im zur Darstellung verwendeten Material, die sich zum Beispiel in den „Papiers Collés“ zeigten, Collagen, bei denen Elemente nicht nachgeahmt, sondern direkt in das Bild geklebt wurden. Diese Technik führte schließlich unter anderem zu dem Konzept der „Objets trouvés“, bei dem gefundene Gegenstände unverändert integriert wurden, über den Kubismus hinaus, fand diese Methode ihren Weg auch in die Werke der Dadaisten und der Surrealisten.
Im Laufe der Zeit entwickelte die Modern Art dann einen immer höheren Grad der Abstraktion, der, in verschiedenen Ansätzen, auf die völlige Ungegenständlichkeit der Bildsprache hinauslief und im von Kasimir Malewitsch entwickelten Suprematismus und auch in Piet Mondrians Werken ihren Höhepunkt fand.
Nach dem 2. Weltkrieg schließlich suchten die Künstler Wege zu neuer Individualität und bisher unbekannten Ausdrucksmöglichkeiten, dies führte dazu, dass das Reflektieren über die Formen der Kunst und die ihr zugrunde liegenden Positionen, die Gestaltung an sich weitgehend ersetzte und der Betrachter als Mitdenkender oder sogar -gestaltender in die künstlerischen Zusammenhänge einbezogen wurde.