Frühlingsgefühle bei Malern – neue Motivation und Leidenschaft

Neue Farben, neues Licht. In der Natur zeigt sich frisches, pralles Leben – alle Sinne erwachen und Inspirationen gibt es im duftenden Frühling en masse.
Dafür, dass der milde Frühling Künstler aller Genres zu neuer Kreativität anregt, stehen „Die vier Jahreszeiten“ des venezianischen Barockkomponisten Antonio Vivaldi ebenso wie die Texte romantischer Dichter wie Hugo von Hofmannsthal, Franz Grillparzer, Ludwig Uhland, Joseph von Eichendorf oder Heinrich Hoffmann von Fallersleben, der schreibt:
„Schöner Frühling, komm doch wieder, lieber Frühling, komm doch bald, bring‘ uns Blumen, Laub und Lieder, schmücke wieder Feld und Wald!“.
Von diesen neuen Inspirationen wurden auch die Maler in jedem Frühjahr wieder neu erfasst.

Inspiration in der Frühlingszeit

Der Frühling ist auch in der Malerei von Klaus Euler die Zeit der schönsten Fantasieentfaltung und neuer Kreativität. Die Pracht der Natur und die Schönheit der Liebe lassen damals wie heute Kunstwerke mit Farbigkeit und Wärme entstehen.
Schon in der Frührenaissance vollendete Sandro Botticelli im Jahr 1481 sein Frühlingsgemälde „Primavera“, unter Kunstkennern bis heute eine Interpretationsherausforderung:
Hier tanzen anmutige Grazien zwischen Venus und Merkur, auf die Amor seine Liebespfeile abschießt. Die Frühlingsgöttin Flora streut Blumen aus und Merkur schützt die fröhliche Frühlingsidylle mit seinem Stab vor den aufziehenden schwarzen Wolken eines ersten Frühlingsgewitters.
Es war der „Wonnemonat“ Mai, als Albrecht Dürer sein „Großes Rasenstück“ gemalt hat. Das 1503 fertiggestellte Aquarell mit Gänseblümchen, Löwenzahn, Breitwegerich und Schafgarbe im Motiv war gerade seiner Simplizität wegen für die damalige Zeit revolutionär. Ganz so wie sein „Veilchenstrauß“ von 1505.
Im Jahr 1803 hatte der Frühromantiker Caspar David Friedrich einen vollständigen Jahreszeiten-Zyklus als Federzeichnungen mit Sepiatinte vollendet. Darin ist der „Frühling“, hier eher noch ein Vorfrühling, Ausdruck überbordender Lebensfreude und sonniger Unschuld mit spielenden Kindern und weidenden Lämmern.
Für neue Motivation und neue Leidenschaft steht Ludwig Richters „Brautzug im Frühling“, das vielleicht populärste Frühjahrsmotiv historischer deutscher Malerei. Die Biedermeierszene hatte der Künstler 1847 gemalt, in der ein Brautzug aus dem dunklen, grauen Wald in die heitere Landschaft des Frühlings gelangt. Lebhafte Kinder mit Blütenkränzen sind vorweg gelaufen und haben bereits die Brücke über den Bach erreicht. Vor einer mittelalterlichen Burg im Hintergrund spielt ein Schäfer die Flöte, umgeben von der Schäferin und den Hirtenknaben.
In diesem Gemälde Ludwig Richters kommt eine tiefe Sehnsucht nach Frieden, Glück, Ruhe und Harmonie im Frühling zum Ausdruck.

Und heute?

Es ist noch immer so: Der luftig-leichte Mix aus Frühlingsdüften, farbenfrohen Eindrücken, tanzenden Hormonen und anregenden Bildern sorgt für überbordende Frühlingsgefühle: Alles grünt und blüht, Menschen ohne Mützen und Schals luftig-leicht gekleidet und da und dort ein nacktes Bein – auch in der modernen Kunst von heute ist der Frühling ein beliebtes Thema.
Gute Beispiele sind das expressionistische Gemälde „Frühling“ des ukrainischen Malers Juij Levikij, das neoimpressionistische „Nach dem Winter“ des Berliner Malers Uwe Zimmer, die „Frühlingsgedanken“ der Dresdner Autodidaktin Maya oder auch das Acrylgemälde „Frühling in Paris“ des Kölner Malers und Architekten Konrad Wörner.

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