Do-It-Yourself-Malerei für Zuhause – Wände selber gestalten

Mit meinen 38 Jahren habe ich schon einige Erfahrungen als Malermeister machen können und möchte nun mein Wissen an möglichst viele von euch weitergeben. Ich selber habe von diy noch nicht viel gehört, bin jedoch sehr angetan von dem Thema. Denn ob nur neue Farbe oder der Einsatz einer alten Waldmaltechnik: Beim Gestalten der Wände sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.
Schon allein ein Anstrich in einer anderen Farbe kann einen Raum vollkommen verändern und eine völlig neue Stimmung schaffen. Je nach Farbton, Farbverlauf oder Technik, mit der die Wände bearbeitet werden, kann das Zimmer anschließend sogar größer, höher oder heller wirken.

Lasieren schafft Gemütlichkeit

Um bei der Wandgestaltung interessante Effekte zu erzielen, gibt es zahlreiche verschiedene Möglichkeiten. Eine beliebte Technik ist beispielsweise das Lasieren. Dabei werden die Farben absichtlich so bearbeitet, dass es aussieht, als wäre die Wand bereits Jahrhunderte alt und der Anstrich dementsprechend verblasst. Durch unterschiedliche Schattierungen kann vor allem bei warmen Farben ein gemütliches mediterranes Flair entstehen.

Um Wände zu lasieren, sollten sie zunächst mit einer weißen Wandfarbe grundiert werden. Wenn diese Farbe getrocknet ist, wird Acrylfarbe im gewünschten Farbton mit wasserlöslicher farbloser Lasur gemischt und gut umgerührt. Je nach Effekt, der erreicht werden soll, kann die Mischung nun mit einem Pinsel oder mit Naturschwämmen aufgetragen werden.

Da die Farbmischung sehr dünnflüssig ist, sollte am unteren Rand der Wand begonnen werden, damit die Farbe nicht herunterlaufen und unschöne Spuren hinterlassen kann. Der Pinsel oder der Schwamm darf dabei außerdem nicht zu nass sein. Dennoch sollte die Farbe absichtlich unregelmäßig aufgetragen werden, sogar Streifen sorgen hier für einen tollen Effekt.
Während der Arbeit solltet ihr ab und zu ein paar Schritte zurücktreten und überprüfen, ob die Wand bereits so aussieht, wie gewünscht. Falls es nötig ist, kann nun noch mal korrigiert und der Anstrich verändert werden.

Marmorieren wertet den ganzen Raum auf

Eine andere Technik, die die Wände edel und hochwertig aussehen lässt, ist das Marmorieren. Dabei schimmern die Wandfarben, als wären sie Kalkablagerungen im Marmor, wodurch der gesamten Raum besonders wertvoll wirkt.

Auch hier ist der erste Schritt, eine weiße Farbe aufzutragen und diese gut trocknen zu lassen. Danach wird die erste der drei vorab ausgewählten Farben mithilfe eines Schwamms leicht aufgetupft. Um schöne Schattierungen zu erzielen, sollten dabei immer wieder Stellen freigelassen werden.
Anschließend wiederholt ihr diesen Schritt mit der zweiten Farbe. Die Farbtupfer dürfen sich dabei ruhig überlappen, einige Stellen sollten jedoch frei bleiben.

Als Letztes malt ihr die Adern auf. Dafür reißt ihr ein Stück Backpapier ab, legt es an die Wand und betupft den Rand mit einem in Farbe getauchten Schwamm. Dieser Schritt rundet die Marmoriertechnik ab und vervollständigt den herrlich plastischen Effekt.

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Frühlingsgefühle bei Malern – neue Motivation und Leidenschaft

Neue Farben, neues Licht. In der Natur zeigt sich frisches, pralles Leben – alle Sinne erwachen und Inspirationen gibt es im duftenden Frühling en masse.
Dafür, dass der milde Frühling Künstler aller Genres zu neuer Kreativität anregt, stehen „Die vier Jahreszeiten“ des venezianischen Barockkomponisten Antonio Vivaldi ebenso wie die Texte romantischer Dichter wie Hugo von Hofmannsthal, Franz Grillparzer, Ludwig Uhland, Joseph von Eichendorf oder Heinrich Hoffmann von Fallersleben, der schreibt:
„Schöner Frühling, komm doch wieder, lieber Frühling, komm doch bald, bring‘ uns Blumen, Laub und Lieder, schmücke wieder Feld und Wald!“.
Von diesen neuen Inspirationen wurden auch die Maler in jedem Frühjahr wieder neu erfasst.

Inspiration in der Frühlingszeit

Der Frühling ist auch in der Malerei von Klaus Euler die Zeit der schönsten Fantasieentfaltung und neuer Kreativität. Die Pracht der Natur und die Schönheit der Liebe lassen damals wie heute Kunstwerke mit Farbigkeit und Wärme entstehen.
Schon in der Frührenaissance vollendete Sandro Botticelli im Jahr 1481 sein Frühlingsgemälde „Primavera“, unter Kunstkennern bis heute eine Interpretationsherausforderung:
Hier tanzen anmutige Grazien zwischen Venus und Merkur, auf die Amor seine Liebespfeile abschießt. Die Frühlingsgöttin Flora streut Blumen aus und Merkur schützt die fröhliche Frühlingsidylle mit seinem Stab vor den aufziehenden schwarzen Wolken eines ersten Frühlingsgewitters.
Es war der „Wonnemonat“ Mai, als Albrecht Dürer sein „Großes Rasenstück“ gemalt hat. Das 1503 fertiggestellte Aquarell mit Gänseblümchen, Löwenzahn, Breitwegerich und Schafgarbe im Motiv war gerade seiner Simplizität wegen für die damalige Zeit revolutionär. Ganz so wie sein „Veilchenstrauß“ von 1505.
Im Jahr 1803 hatte der Frühromantiker Caspar David Friedrich einen vollständigen Jahreszeiten-Zyklus als Federzeichnungen mit Sepiatinte vollendet. Darin ist der „Frühling“, hier eher noch ein Vorfrühling, Ausdruck überbordender Lebensfreude und sonniger Unschuld mit spielenden Kindern und weidenden Lämmern.
Für neue Motivation und neue Leidenschaft steht Ludwig Richters „Brautzug im Frühling“, das vielleicht populärste Frühjahrsmotiv historischer deutscher Malerei. Die Biedermeierszene hatte der Künstler 1847 gemalt, in der ein Brautzug aus dem dunklen, grauen Wald in die heitere Landschaft des Frühlings gelangt. Lebhafte Kinder mit Blütenkränzen sind vorweg gelaufen und haben bereits die Brücke über den Bach erreicht. Vor einer mittelalterlichen Burg im Hintergrund spielt ein Schäfer die Flöte, umgeben von der Schäferin und den Hirtenknaben.
In diesem Gemälde Ludwig Richters kommt eine tiefe Sehnsucht nach Frieden, Glück, Ruhe und Harmonie im Frühling zum Ausdruck.

Und heute?

Es ist noch immer so: Der luftig-leichte Mix aus Frühlingsdüften, farbenfrohen Eindrücken, tanzenden Hormonen und anregenden Bildern sorgt für überbordende Frühlingsgefühle: Alles grünt und blüht, Menschen ohne Mützen und Schals luftig-leicht gekleidet und da und dort ein nacktes Bein – auch in der modernen Kunst von heute ist der Frühling ein beliebtes Thema.
Gute Beispiele sind das expressionistische Gemälde „Frühling“ des ukrainischen Malers Juij Levikij, das neoimpressionistische „Nach dem Winter“ des Berliner Malers Uwe Zimmer, die „Frühlingsgedanken“ der Dresdner Autodidaktin Maya oder auch das Acrylgemälde „Frühling in Paris“ des Kölner Malers und Architekten Konrad Wörner.