Maltechniken: Expressionismus vs. Impressionismus

Wenn es um Maltechniken geht, kann der Laie die Kunstrichtungen Expressionismus und Impressionismus nicht so leicht auseinanderhalten. Deshalb stelle ich, Klaus Euler, hier die zwei Kunstrichtungen und ihre wesentlichen Merkmale in kürze vor. Beide sind Stilrichtungen der modernen Malerei, haben ihren Ursprung Ende des 19./Anfang des 20. Jh. Aus beiden Epochen gibt es viele berühmte Bilder. Wie kann der Laie die beiden Richtungen unterscheiden?

Impressionismus

Die Stilrichtung „Impressionismus“ kam ca. 1872 auf durch ein Bild des Malers Claude Monet mit dem Namen „Impression, soleil levant“. Kunstkritiker gebrauchten zu dieser Zeit erstmals den Begriff „Impressionismus“, obwohl Maler schon seit Jahrzehnte impressionistische Bilder malten. Aber erst Monets Bild prägte den Begriff Impressionismus, wenn auch zuerst negativ, weil sich die Malerei bis dahin durch Detailtreue auszeichnete. Später wurde der Impressionismus wichtiger Wegbereiter für die moderne Malerei.

Eines der wichtigsten Merkmale ist das künstlerische Anliegen, Impressionen (optische Eindrücke) so naturgetreu wie möglich darzustellen. Die Maler gingen hinaus ins Freie und bildeten das ab, was sie sahen. Dabei kam es ihnen aber nicht darauf an, die Motive detailgetreu abzubilden, sondern es zählte mehr die Gesamtszenerie, das Spiel mit Farbe und Licht, leicht verwischt dargestellt mit kurzen Pinselstrichen. Die impressionistischen Maler bevorzugten das Malen in der freien Natur und wählten deshalb auch eher landschaftliche Motive oder Straßenszenen, meistens mit Menschen. Mit ihrer Malerei fingen sie Eindrücke aus der Natur unmittelbar in ihren Bildern ein. Neben Monet gehören Paul Gauguin und Camille Pissarro zu den bedeutendsten Impressionisten. Auch van Gogh wird oft zu den impressionistischen Malern gezählt, aber seine Bilder können wegen der Gefühlsintensität eher als Wegbereiter für den Expressionismus angesehen werden.

Expressionismus

Der Expressionismus hatte seine Blütezeit Anfang des 20. Jh., etwa in der Zeit von 1905 bis 1925. Besonders deutsche Maler wie Paul Klee, Wassily Kandinsky, August Macke und Franz Marc haben diese Stilrichtung stark geprägt, aber auch Henri Matisse und Edvard Munch. Eines der bekanntesten expressionistischen Bilder ist das Blaue Pferd von Franz Marc. Es zeigt die typischen Merkmale der Stilrichtung, das Spielen mit der Symbolik und die freie Gestaltung von Farben, Formen und Perspektiven. Die originalgetreue Abbildung ist dabei weniger wichtig als der intensive Ausdruck der Gefühle. Die Motive des Expressionismus sind eher abstrakt, die Wirkung entsteht durch die Symbolik und die Farbintensität, die noch dadurch verstärkt wird, dass die Farben meistens unverdünnt und ungemischt aufgetragen wurden. Die expressionistischen Maler machten sich völlig frei von den Gesetzen der Malerei und konzentrieren sich auf die Ausdruckskraft der Gefühle.