Exkurs – Modern Art

Heute wird Klaus Euler einen kleinen Einblick in die Welt der „Modern Art“ geben.

Modern Art bezeichnet die Kunstepoche, die am Ende des 19. Jahrhunderts mit dem Impressionismus ihren geradezu revolutionären Anfang nahm und im Grunde, will man sie nicht generell von der zeitgenössischen Kunst als eigenes Konzept abgrenzen, bis heute andauert.
Einerseits noch der Tradition in Form der klassischen Gesetze der Malerei verhaftet, verzichtete der Impressionismus andererseits weitgehend auf jeglichen historischen, literarischen sowie ideologischen Bildinhalt und beendete damit das bisher vorherrschende Ideal der realistischen Kunst. Ziel der neuen Bewegung war es, stattdessen einen Augenblickszustand einzufangen. Damit setzte sich die Kunstrichtung allerdings auch gleichzeitig der Gefahr aus, zur verflachten Dekorationsmalerei zu verkommen. Aus diesem Grund waren die folgenden Strömungen der Modern Art stark darauf ausgerichtet, trotz der Loslösung von Form und Inhalt, feste, aber eben nur rein künstlerische Gesetze zu schaffen.

Insbesondere Cézanne begann in der Natur selbst nach Strukturen sowie Regeln zu suchen und entwickelte letztendlich eine Darstellungsweise, bei der Farbflächen je nach optischem Eindruck als Kugel-, Kegel- oder Zylinderform aneinander gereiht wurden und auf diese Art und Weise Raum und Körper wiedergaben.
Cézanne selbst hatte in dieser Bildsprache noch keine Abwendung von der Wirklichkeitswiedergabe gesehen, erst die Künstler, die auf ihn folgten, vollzogen mit der Begründung des Kubismus schließlich den Schritt zu einer reinen Kunstsprache, die über die schlichte Wiedergabe von Wirklichkeit hinausging, sich immer stärker abstrakten Formen zuwendete und damit eigene Gesetzmäßigkeiten schuf.
Deutlich zu erkennen ist zu diesem Zeitpunkt auch bereits der Einfluss der Psychoanalyse auf die Malerei und die Gesellschaft im Allgemeinen.
Neben die inhaltlichen Neuerungen der Modern Art traten zusehends auch Änderungen im zur Darstellung verwendeten Material, die sich zum Beispiel in den „Papiers Collés“ zeigten, Collagen, bei denen Elemente nicht nachgeahmt, sondern direkt in das Bild geklebt wurden. Diese Technik führte schließlich unter anderem zu dem Konzept der „Objets trouvés“, bei dem gefundene Gegenstände unverändert integriert wurden, über den Kubismus hinaus, fand diese Methode ihren Weg auch in die Werke der Dadaisten und der Surrealisten.
Im Laufe der Zeit entwickelte die Modern Art dann einen immer höheren Grad der Abstraktion, der, in verschiedenen Ansätzen, auf die völlige Ungegenständlichkeit der Bildsprache hinauslief und im von Kasimir Malewitsch entwickelten Suprematismus und auch in Piet Mondrians Werken ihren Höhepunkt fand.
Nach dem 2. Weltkrieg schließlich suchten die Künstler Wege zu neuer Individualität und bisher unbekannten Ausdrucksmöglichkeiten, dies führte dazu, dass das Reflektieren über die Formen der Kunst und die ihr zugrunde liegenden Positionen, die Gestaltung an sich weitgehend ersetzte und der Betrachter als Mitdenkender oder sogar -gestaltender in die künstlerischen Zusammenhänge einbezogen wurde.

Advertisements