Ideenlosigkeit – Wege zu neuer Kreativität

Das Malen als kreatives Hobby ist nicht nur für Klaus Euler sehr anregend für Seele und Geist. Ideen, Gedanken oder auch äußere Eindrücke mit Farben und verschiedenen Techniken festzuhalten ist eine besondere Gabe, die ihr pflegen solltet. Jedoch kann es auch sehr fantasievollen und kreativen Künstlern passieren, dass sie in eine Phase der Ideenlosigkeit geraten. Wenn dies auftritt: Keine Panik, denn das ist normal und trifft auch große Künstler aus allen Metiers. Und es gibt mehrere Möglichkeiten für euch Wege zu neuer Kreativität zu finden.
An erster Stelle steht, dass diese Phase durchaus einmal zum kurzen Pausieren genutzt werden sollte. Es tut eurer Fantasie und der Seele nicht gut, wenn sie ständig neue Ideen entwickeln soll. Aus diesem Innehalten heraus entsteht dann der nächste Schritt: bewusst die Umwelt wahrnehmen. Ein Landschaftsmaler geht einfach in die Natur und lässt sie auf sich wirken, gegebenenfalls in Landschaftsformen, die bislang nicht zum Repertoire gehörten. So kann zum Beispiel ein Maler, der bisher hauptsächlich Gärten und Parks malte, einmal ans Meer oder in die Berge fahren und diese Landschaften bezüglich ihrer „Tauglichkeit“ für Motive betrachten.
Andersherum kann jemand, der bislang eher großformatige Landschaftspanoramen malte, sich nun an Detailansichten versuchen: einzelne Pflanzen oder Steine einer Gartenmauer, die mit Pflanzen berankt sind.
Diese Tipps zum Wechsel der Perspektive und der Ansichten gilt entsprechend für Künstler, die beispielsweise menschliche Portraits, Stillleben mit Obst und Blumen oder Gebäude gemalt haben: Schaut einfach, ob ein Wechsel der Kreativität euch zu neuen Impulsen verhilft.
Ebenfalls anregend wirkt eventuell eine andere Maltechnik. Statt Öl nun Aquarell, statt Kreide nun Kohle – die Möglichkeiten sind so wunderbar unbegrenzt und erlauben alles. Auch völlig neue Kombinationen verschiedener Techniken bieten sich an, um eure Fantasie anzuregen.
Viele Maler wie Klaus Euler nutzen zusätzlich die Option sich einer Künstler- oder Ausstellungsvereinigung anzuschließen. Unter Gleichgesinnten und in einem gemeinsamen Atelier lassen sich zahllose Anregungen für neue Werke finden – und es wird dort auch viel Erfahrungsaustausch betrieben, das Thema Ideenlosigkeit eingeschlossen.
Eine andere Möglichkeit ist es sich Bildbände über Maler und Malerei anzuschauen oder entsprechende Fernsehsendungen. Ein bekanntes Beispiel ist „The joy of painting“ von Bob Ross, der sich bei seiner atmosphärischen Landschaftsmalerei über die Schulter schauen lässt und viele, viele Tipps gibt, die sich auf andere Themen als Landschaften übertragen lassen.
Es gibt also verschiedene Wege für euch, um aus einer Phase der Ideenlosigkeit zur Kreativität zu finden – sobald neue Impulse kommen, entstehen auch wieder neue Ideen.

Exkurs – Modern Art

Heute wird Klaus Euler einen kleinen Einblick in die Welt der „Modern Art“ geben.

Modern Art bezeichnet die Kunstepoche, die am Ende des 19. Jahrhunderts mit dem Impressionismus ihren geradezu revolutionären Anfang nahm und im Grunde, will man sie nicht generell von der zeitgenössischen Kunst als eigenes Konzept abgrenzen, bis heute andauert.
Einerseits noch der Tradition in Form der klassischen Gesetze der Malerei verhaftet, verzichtete der Impressionismus andererseits weitgehend auf jeglichen historischen, literarischen sowie ideologischen Bildinhalt und beendete damit das bisher vorherrschende Ideal der realistischen Kunst. Ziel der neuen Bewegung war es, stattdessen einen Augenblickszustand einzufangen. Damit setzte sich die Kunstrichtung allerdings auch gleichzeitig der Gefahr aus, zur verflachten Dekorationsmalerei zu verkommen. Aus diesem Grund waren die folgenden Strömungen der Modern Art stark darauf ausgerichtet, trotz der Loslösung von Form und Inhalt, feste, aber eben nur rein künstlerische Gesetze zu schaffen.

Insbesondere Cézanne begann in der Natur selbst nach Strukturen sowie Regeln zu suchen und entwickelte letztendlich eine Darstellungsweise, bei der Farbflächen je nach optischem Eindruck als Kugel-, Kegel- oder Zylinderform aneinander gereiht wurden und auf diese Art und Weise Raum und Körper wiedergaben.
Cézanne selbst hatte in dieser Bildsprache noch keine Abwendung von der Wirklichkeitswiedergabe gesehen, erst die Künstler, die auf ihn folgten, vollzogen mit der Begründung des Kubismus schließlich den Schritt zu einer reinen Kunstsprache, die über die schlichte Wiedergabe von Wirklichkeit hinausging, sich immer stärker abstrakten Formen zuwendete und damit eigene Gesetzmäßigkeiten schuf.
Deutlich zu erkennen ist zu diesem Zeitpunkt auch bereits der Einfluss der Psychoanalyse auf die Malerei und die Gesellschaft im Allgemeinen.
Neben die inhaltlichen Neuerungen der Modern Art traten zusehends auch Änderungen im zur Darstellung verwendeten Material, die sich zum Beispiel in den „Papiers Collés“ zeigten, Collagen, bei denen Elemente nicht nachgeahmt, sondern direkt in das Bild geklebt wurden. Diese Technik führte schließlich unter anderem zu dem Konzept der „Objets trouvés“, bei dem gefundene Gegenstände unverändert integriert wurden, über den Kubismus hinaus, fand diese Methode ihren Weg auch in die Werke der Dadaisten und der Surrealisten.
Im Laufe der Zeit entwickelte die Modern Art dann einen immer höheren Grad der Abstraktion, der, in verschiedenen Ansätzen, auf die völlige Ungegenständlichkeit der Bildsprache hinauslief und im von Kasimir Malewitsch entwickelten Suprematismus und auch in Piet Mondrians Werken ihren Höhepunkt fand.
Nach dem 2. Weltkrieg schließlich suchten die Künstler Wege zu neuer Individualität und bisher unbekannten Ausdrucksmöglichkeiten, dies führte dazu, dass das Reflektieren über die Formen der Kunst und die ihr zugrunde liegenden Positionen, die Gestaltung an sich weitgehend ersetzte und der Betrachter als Mitdenkender oder sogar -gestaltender in die künstlerischen Zusammenhänge einbezogen wurde.