Die Kunst der Tusche

Der Hang zur Hobbymalerei beginnt für viele wie auch für Klaus Euler bereits in Kindesalter. Kindermalschulen fördern den Nachwuchs heute gezielt, während man früher nur im Kunstunterricht an der Schule den Tuschkasten herausholen durfte.

Einige der Tuschezeichnungen, die zu Malwettbewerben eingereicht werden, werden von übereifrigen Müttern gemacht. Dabei ist es wichtig, Kindern ihren eigenen Ausdruck zu lassen. Es gibt in der Kunst kein Richtig und kein Falsch. Wenn ein Kind eine Banane rot malt und ein Gesicht blau, entspricht das seinem ureigenen Empfinden. Hat man Kenntnis von der großen Kunst, weiß man, dass mancher berühmte Maler es ähnlich sah. Manche malten Dinge über Kopf. Paul Klee malte am Küchentisch statt ein Atelier zu nutzen.

Die Kunst der Tuschemalerei hat viele Facetten. Vom Tuschkasten zur Kalligrafie zu kommen, ist nur ein kleiner Schritt. Wem das Malen von asiatischen Buchstaben nicht liegt, erlernt auch nie die Fertigkeit, Tuschezeichnungen in wenigen Strichen anzulegen. Hier geht es nicht darum, einen Umriss mit einer Tuschfarbe auszumalen, sondern mit möglichst wenigen Strichen und einer fließenden Bewegung die Essenz einer Blume oder eines Vogels zu erfassen. Diese Kunst bedarf genauen Hinsehens und hoher Konzentration. Die Kunst der Schwarz-Weiß-Malerei mit Tusche heißt übrigens Sumi-e.

Im Gegensatz dazu stehen Tuschezeichnungen, die als Aquarell zu bezeichnen sind. Man kann mit Stiften vorzeichnen und dann aquarellieren oder umgekehrt: zuerst Farbflächen anlegen und dann nachzeichnen. Volkshochschulkurse sind Experimentierküchen, wo man gut von anderen lernen kann. In manchen Orten gibt es auch Malschulen. Viele gestandene Maler unterrichten Schüler privat. Heutzutage kann man sogar die Grundlagen der Farbfeldmalerei in einem Onlinekurs erlernen. Hunderte von Büchern stehen als Praxiseinführungen zu jedem Thema der Malerei zur Verfügung.

Mit dem Pinsel und Tusche kann man Pinselzeichnungen ausführen oder Farbflächen gestalten. Man kann deckende Flächen setzen oder durchscheinende Lasuren anlegen. Ob man dazu Pinsel und Tuschsteine, Federn mit Ausziehtusche oder einen 24-Farb-Tuschkasten und kleine Schwämmchen zur Gestaltung seiner Ideen einsetzt, ist einem selbst überlassen. Federkiele, Pinsel, Kalligrafiefedern, Sprühdosen oder Pappstücke können Oberflächen gestalten. Fragen muss man sich, ob man wasserunlösliche oder wasserlösliche Tuschfarben verwendet, bei denen man nach dem Trocknen noch etwas ändern könnte. Nicht Gefallendes übermalen kann man allerdings immer.

Prinzipiell kann man mit Tusche jede Art von Malerei ausführen. Auf Dauer wird aber die mindere Farbbrillanz von Tuschfarben augenfällig. Oft wechselt man dann zu höher pigmentierten Öl- oder Acrylfarben. So oder so sind Gesundheitsgefahren zu beachten, denn auch Tuschfarben können Lösungsmittel und ähnliches enthalten. Wenn Kunst krank macht, hat sie ihren Reiz verloren.

Lindau am Bodensee – ein Portrait

Was könnte ich, Klaus Euler, besser beschreiben als meine Heimatstadt Lindau, in der ich geboren und aufgewachsen bin. Lasst euch ein wenig inspirieren.

Die Insel- und Gartenstadt Lindau befindet sich am äußersten Nordostzipfel des Bodensees, direkt an der Grenze zu Österreich und der Schweiz. Die gut erhaltene Altstadt liegt auf einer Insel, die über eine 150 Meter lange Straßenverbindung – die Seebrücke – mit dem Festland verbunden ist. Eine weitere Verbindung zwischen Festland und Insel ist der 410 Meter lange Eisenbahndamm, über den die Züge den auf der Insel liegenden Lindauer Hauptbahnhof erreichen.

Sehenswertes in Lindau

Wer sich der Stadt vom Wasser aus nähert, der wird bei der Einfahrt in den Hafen von den beiden Wahrzeichen Lindaus begrüßt. Der 33 Meter hohe Neue Leuchtturm und der Bayerische Löwe, der den Hafen bewachen soll, säumen die schmale Hafeneinfahrt.
Ein weiterer Leuchtturm – der Mangturm – befindet sich auf der Landseite des Hafens.
An der höchsten Stelle der Insel wurde im Jahre 1380 der Diebsturm mit seinen vier zierlichen Ecktürmchen erbaut, der in früheren Zeiten als Gefängnis diente.
Das aufwendig bemalte Alte Rathaus beherbergt in seinem Erdgeschoss die ehemalige Reichsstädtische Bibliothek mit mehr als 23.000 Büchern.
In der Einkaufsmeile Maximilianstraße sind mehrere gut erhaltene Patrizierhäuser zu bewundern.
Im „Haus zum Cavazzen“, mit seinen prächtigen Fassadenmalereien, ist seit 1929 das Stadtmuseum untergebracht.
Drei bedeutende Kirchen beherrschen das Stadtbild – die Stephanskirche, das „Münster unserer Lieben Frau“ am Marktplatz und die 1.200 Jahre alte Peterskirche.
Außerhalb der Altstadt erstreckt sich auf einer Länge von sechs Kilometern die „Bayerische Riviera“ entlang des Seeufers. Auf diesem Uferabschnitt besticht eine ästhetische Kombination aus Villen, Schlössern und Landhäusern, gelegen in historischen Gärten und Parkanlagen.

Freizeitaktivitäten in Lindau

Lindau zeichnet sich aufgrund seiner geografischen Lage zu jeder Jahreszeit durch seinen hohen Freizeitwert aus.
Die Sommermonate stehen im Zeichen des Wassersports – das Strandbad Eichwald mit angegliederter Surfschule lässt bei allen Wasserratten das Herz höher schlagen.
Auf dem Kleinen See – der Wasserfläche zwischen der Seebrücke und dem Eisenbahndamm – werden Tret- Ruder- und Motorboote vermietet.
Wer sich lieber fahren lässt, der kann aus einem großen Angebot von Schiffsausflügen und Rundfahrten wählen.
Auch im Winter braucht man sich in Lindau nicht zu langweilen – die Wintersportgebiete in Vorarlberg, der Schweiz und dem Allgäu sind schnell erreichbar. Das nahegelegene Skigebiet Pfänder liegt nur wenige Minuten mit dem Zug, Bus oder Auto entfernt. Hier scheint im Winter vielfach die Sonne, während der See im Nebel liegt. Freunde des Schlittschuhlaufens oder des Eisstockschießens kommen auf dem Kleinen See auf ihre Kosten.