Schneelandschaften mit Acrylfarben

Passend zum erneuten Wintereinbruch hat Klaus Euler hilfreiche Tipps zum Malen der kalten Jahreszeit zusammengestellt. Sobald der Schnee fällt, juckt es natürlich in den Fingern, denn Winterlandschaften zu malen ist eine künstlerische Herausforderung, bei der ihr viel lernen könnt!

Acrylfarben sind ein gutes Malmedium für verschneite Landschaften, denn neben ihrer Farbbrillanz sind sie auch in der Verarbeitung sehr wandelbar. Sie eignen sich für zügig gemalte Bilder in der nass-in-nass Technik genauso wie für Bilder, die in Schichten aufgetragen werden sollen. Auch die Lasurtechnik könnt ihr mit Acrylfarben ausprobieren, wenn ihr sie mit Wasser verdünnt, was beim Hintergrund einer winterlichen Landschaft erstaunliche Effekte bewirken kann.
Bevor ihr allerdings anfangt zu malen, solltet ihr euch genaue Gedanken machen über den Bildaufbau. Damit eine Schneelandschaft nicht eindimensional wirkt, braucht die Komposition des Bildes eine Perspektive mit Bildvordergrund, Mittelgrund und Hintergrund. Auch die Farben spielen eine sehr wichtige Rolle, denn winterliche Motive sind ja keineswegs einfach nur weiß – wenn sie es wären, könnte man sich das Malen schließlich sparen und eine weiß grundierte Leinwand als „Konzeptkunst“ an die Wand hängen!
Die Farben haben einen großen Einfluss auf die Stimmung des Bildes. Für einen klirrend kalten Frosttag müssen kalte Blautöne überwiegen, so dass der blaue Himmel sich glitzernd im bläulich getönten Schnee spiegeln kann. Sonnenaufgänge im Schnee entstehen durch eine gelb-orange Tönung, Sonnenuntergänge brauchen mehr Rot.
Ein wesentlicher Bestandteil von Winterlandschaften sind auch immer die Details, mit denen ihr weitere Tiefe in die Bilder bringen könnt. Hier könnt ihr eurer Fantasie wirklich freien Lauf lassen, wichtig ist nur, dass das Motiv durch die Details aufgelockert wird und der Betrachter etwas zu sehen bekommt. Kahle, verschneite Bäume im Vordergrund, die über den Mittelgrund bis zum Hintergrund immer kleiner werden, sind ebenso ein klassisches Stilmittel wie Wege oder lebendige kleine Wasserläufe, die sich tapfer sprudelnd ihren Weg durch die Winterlandschaft bahnen. Tierspuren können ebenfalls durch den Schnee führen.
Für den Hintergrund von Schneelandschaften eigenen sich natürlich Berge ganz besonders gut. Berge könnt ihr ganz leicht mit dem Spachtel auftragen und dem Schnee auf den Berghängen durch farbige Schatten eine plastische Optik verleihen. Auf der Seite der Berge, auf die das Licht fällt, spachtelt ihr reinweiße Schneefelder, auf der Schattenseite wird der Schnee mit Blau abgetönt. So gewinnen die Berge Perspektive und erzeugen gleichzeitig die Illusion, in tiefem Winterschlaf zu liegen.

Advertisements