Die Bedeutung der Phantasie für die Malerei

Kunst und Phantasie sind untrennbar miteinander verbunden, denn der einzigartige Gedanke des Künstlers ist das, was gutes Handwerk oder hübsche Dekoration von wahrer Kunst unterscheidet. Was aber genau ist Phantasie, und wie setzt man sie künstlerisch um?

Kunst und Phantasie

Als Phantasie bezeichnen wir im Allgemeinen die Vorstellungskraft eines Menschen, und kein Kunstwerk entsteht ohne eine Vorstellung davon.
Wer diese Phantasie in sich trägt und beginnt, nach einem Ausdruck dafür zu suchen, entwickelt sich in dem Moment zum Künstler, wo er nach dem passenden Medium forscht, um seine Ideen für andere erfahrbar und nachvollziehbar zu machen. Für junge Schriftsteller sind das die ersten Manuskripte, für Musiker die ersten selbstständigen Interpretationen und für einen Maler wie Klaus Euler die ersten eigenständig umgesetzten Bildideen, die seine Phantasie gewissermaßen in die Wirklichkeit holen, so dass andere sie betrachten und ihrerseits interpretieren können.
Und trotzdem basiert Kunst immer auch auf dem handwerklichen Können. Solides Handwerk kann zwar immer ohne Phantasie entstehen, Kunst aber niemals! Im Gegenzug ist die Basis für Kunst aber immer gutes Handwerk. Viele Kunstmaler, die zum Lebensunterhalt Genrebilder wie das Segelschiff auf hoher See oder den berühmten röhrenden Hirsch in hundertfacher Ausfertigung malen, leben mit diesem Zwiespalt.
Keine Landschaftsidylle kommt ohne brillante Technik aus – Perspektive, Tiefe, Licht und Schatten malen sich nicht von allein, es erfordert harte Arbeit und viel Geduld, diese Techniken zu erlernen und zu vervollkommnen. Wer diese Techniken völlig beherrscht, wird zu Recht als Künstler betrachtet – und zwar aufgrund seines handwerklichen Könnens. Jedem Hobbymaler, der einmal versucht hat, ein „einfaches“ Seebild mit perspektivischer Tiefe zu malen, ist klar, wie viel Bewunderung solche „Kunsthandwerker“ verdienen.

Trotzdem werden solche Genrebilder niemals durch die neue Idee Furore machen, die ihnen zugrunde liegt. Das Wort „Inspiration“ wird vielleicht manchmal etwas überstrapaziert, aber nur an ihr erkennt man die geniale Phantasie, die bahnbrechenden Bildern ihren Weg in die heiß umkämpfte Kunstszene ebnet.

Muss man aber deswegen als Hobbymaler gleich vor revolutionären Ideen übersprudeln? Nein! Zu Beginn einer jeden malerischen Laufbahn steht die spielerische Freude am Tun. Die Arbeit mit Malmedien, Farben und Techniken muss für jeden Maler das Zentrum seines Schaffens sein. Nur, wer sein Material kennt, kann die Bildideen, die im Kopf entstehen, auch auf der Leinwand umsetzen. Und niemand sollte von sich erwarten, dass er sofort einen großen Wurf landet, wenn er seine ersten Farben gekauft hat. Der erste Schritt zur Kunst ist immer der Drang, welche zu erschaffen. Praktisch heißt das aber: Malen, malen, malen!

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