Herbstmalerei gegen die kalten Temperaturen

Jedes Jahr wieder schütteln wir uns bei dem Gedanken an die kalten und nassen Tage, wenn der Herbst kommt und die Sonne uns im Stich zu lassen scheint. Dabei sind doch gerade Maler so lichthungrige Wesen! Wer fantasiebegabt ist und Pinsel und Farbe besitzt, muss den trüben Herbstgedanken aber keineswegs nachgeben! Denn gerade der Herbst bringt unglaubliche Farben hervor, die geradezu danach schreien, auf Leinwand und Papier festgehalten zu werden!
Wenn Ihr also aktiv und kreativ gegen kalte Herbsttage vorgehen wollt, solltet Ihr zu warmen Herbsttönen greifen! Die gesamte Palette der Gelb-, Braun- und Rottöne eignet sich für stimmungsvolle Herbstbilder, aber auch Grün- und Blautöne solltet Ihr verwenden, um die Bilder effektvoll zu kontrastieren. Denn ein rotgolden leuchtender Herbstwald kommt erst durch den klaren, blauen Himmel richtig zur Geltung.
Herbstbilder sind auch immer wieder eine gute Gelegenheit, sich mit Perspektive und Tiefe auseinander zu setzen. Diese Themen sollte jeder Maler immer wieder aufgreifen, um seine Fertigkeiten zu schulen. Die Motive, die Herbstlandschaften uns bieten, eignen sich besonders gut, um Tiefe darzustellen, denn durch das lichter werdende Laub der Bäume hat das Malerauge einen viel weiteren Blick. Auch der Nebel, der im Herbst so oft fällt, bildet ein fesselndes Motiv und ist zugleich eine gute Schulung für das Malen weicher Farbverläufe.
Auch Licht und Schatten sind ein spannendes Herbstthema, denn Lichtstrahlen, die durch Bäume in herbstliches Laub fallen, sind für jeden Maler eine interessante Herausforderung, über der man das Schmuddelwetter der ersten kalten Tage garantiert vergisst! Vom Sturm über den Himmel getriebene Wolken mit dem Pinsel einzufangen ist ebenfalls eine hohe Kunst, die jeden Maler fordert.
Wenn Ihr mit Aquarellfarben arbeitet, solltet Ihr bei Herbstmotiven beachten, dass alles, was in der Ferne liegt, nur zart laviert werden muss, während die Farben zum Bildvordergrund hin kaum verdünnt werden sollten, so dass sie ihre volle Leuchtkraft entfalten können. Bei der Arbeit mit Acryl- oder Ölfarben solltet Ihr den Bildhintergrund zuerst anlegen und die weiter entfernten Stellen mit Weiß aufhellen. Hier könnt Ihr mit Malgründen und Strukturgelen experimentieren, um den Bildern im Hintergrund eine verschwommene Ästhetik zu geben und dem Vordergrund mehr Struktur zu verleihen.
Auch abstrakte Arbeiten lassen sich wunderbar mit warmen Herbsttönen gestalten. Es muss schließlich kein Baum mit fallenden Blättern sein, um eine warme Herbstatmosphäre zu erzielen! Das Spiel der Farben in einer abstrakten Formgebung lässt in den richtigen Tönen auch ohne eine figürliche Darstellung sofort an den goldenen Herbst denken!