Aquarellmalerei

Aquarellmalerei ist eine recht alte Maltechnik. Ihr Name stammt vom lateinischen Wort „aqua“, zu Deutsch „Wasser“. Aquarellmalerei lässt sich bis ins 9. Jahrhundert n. Chr. zurückverfolgen. Den Durchbruch als anerkannte Maltechnik erfuhr die Aquarellmalerei allerdings erst im 19. Jahrhundert, als englische Maler wie William Turner das Malen mit wasserlöslichen Farben in bisher unbekannter Professionalität weiterentwickelten.

Aquarell von W. Turner

Aquarell von W. Turner

Bei der Aquarellmalerei werden nicht deckende Farben, die sich aus Gummi arabicum und Farbpigmenten zusammensetzt, in verhältnismäßig viel Wasser angelöst und auf den Malgrund aufgebracht. Die wichtigsten Farben sind für Aquarellkünstler die Primärfarben. In jedem gut sortierten Aquarell-Malkasten finden sich Farbzwischentöne. Farbmischungen erzielt der professionelle Aquarellmaler aber vorzugsweise durch Überlagerungen verschiedener Farben auf dem Papier. Mischung der Farben untereinander im Farbkasten ist zwar möglich, allerdings verliert die vorgemischte Farbe auf dem Papier merklich an Brillanz. Die Deckkraft der aufgetragenen Farbe wird maßgeblich durch die zur Lösung verwendete Wassermenge bestimmt. Die Farbe Weiß gibt es nicht in der Aquarellmalerei. Weiße Areale in Aquarellmotiven können nur durch Freilassen des Malgrundes von jeglicher Farbe erzielt werden.

Mit weichen Pinseln, vorzugsweise aus Marderhaar, wird die Aquarellfarbe auf spezielles Aquarellpapier aufgetragen. Aquarellpapier ist dick (180-400g), saugfähig und wellt auch bei Durchfeuchtung mit Wasser nicht dauerhaft. Farbe kann darauf in einzelnen oder mehreren, zwischenzeitlich durchtrocknenden Schichten über- und nebeneinander aufgetragen werden. Bei dieser Technik, „Lasieren“ genannt, entstehen klar gegeneinander abgegrenzte Farbareale und Motivdetails. Durch Lasieren können Farben direkt auf dem Papier gemischt oder ein Einzelfarbton detailgenau in der gewünschten Intensität vertieft werden. Das Verziehen einer Farbe mit einem nassen Pinsel über die Blattfläche in unterschiedlicher Farbintensität oder ein „Nass-in-Nass“-Auftragen verschiedener Farben nennt man „Lavieren“. Dabei entstehen sanfte Farbverläufe oder weich ineinander übergehende Farbspiele, deren Verlauf vom Künstler nicht immer kontrollierbar ist. Durch den unkontrollierten Farbverlauf entstehen zuweilen aber schöne und interessante Bildmotive.

Ungewünschte Effekte lassen sich bei der Aquarellmalerei nur schwer beheben, da ein Übermalen der lasierenden Farben nicht möglich ist. In begrenztem Maß lässt sich falsch aufgelegte Farbe nach erneutem Anfeuchten mit einem Tuch vom Malgrund abnehmen oder in trockener Form vorsichtig abschaben. Beide Korekturtechniken kann der Aquarellmaler auch gezielt einsetzen.

Die Aquarellmalerei kann durch Zeichnungselemente, wie z. B. Vorzeichnungen oder spätere Strukturierung mit Tusche, Kohle oder Bleistift, ergänzt werden. Mit Hilfe von Aquarell-Stiften können Konturen verstärkt oder geschärft werden.

Je nach Farbeinsatz, Zielsetzung und Können entstehen bei der Aquarellmalerei brillante und je nach Technik auch realistisch anmutende Motive, mit deren farblicher Leichtigkeit kaum eine andere Maltechnik mithalten kann.

Auch Picasso hat sich mal an Aquarallen probiert, ein wenig Tusche hat er dennoch dazu kombiniert.

Nu Jaune von Picasso

Nu Jaune von Picasso

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