Die surrealistische Malerei

Der Surrealismus ist eine Strömung in der bildenden Kunst, die sich ab circa 1920 aus dem Dadaismus herausgeformt hat, das heißt: die konventionelle Malerei wird im Surrealismus abgelehnt. Die Künstler dieser Strömung beschäftigen sich insbesondere mit dem Unbewussten und Unwirklichen. Die surrealistischen Abbildungen entsprechen also nicht der greifbaren Realität, welche ansonsten das Objekt des Klaus Euler ist.

Der Surrealismus entstand in Paris und so ist auch der Begriff französisch, er bedeutet über dem Realismus, also über der Realität. Geprägt wurde der Begriff vom französischen Schriftsteller Guillaume Apollinaire, der seinem Theaterstück „Les mamelles de Tirésias“, auf deutsch: „Die Brüste von Tirésias“, den Untertitel „ein surrealistisches Drama“ gab. Die Vorreiter des Surrealismus sind Maler Max Ernst und Schriftsteller André Breton. Sie scharten eine Reihe von Künstlern um sich, die sich dem Programm des Surrealismus anschlossen. Max Ernst schrieb ein Manifest, in dem er den Surrealismus als psychischen Automatismus beschreibt.

Wie stellt ihr euch das vor? Hierbei wird das Bewusstsein abgeschaltet, Medien des Unbewussten rücken in den Mittelpunkt des Schaffens: Traum, Rauschmittel und Fieberwahn. Hierbei wird der Blick nach Innen auf der Leinwand dargestellt. Schaut euch Salvador Dalis Uhren an. Sie sind Abbildungen reiner Vorstellung, sie sind Abbildungen des Inneren des Malers. Eine exakte Malweise gibt den Anschein des Realen, doch das ist eine Täuschung. Es wird nur das Irreale abgebildet, das was über der Realität liegt.

Glaubt ihr, es gab auch einen öffentlichen Austausch über das Programm des Surrealismus? Ja, den gab es: die Zeitschrift „La Révolution surréaliste“ war sozusagen der damalige analoge Blog.

Auch Vorträge wie der von Salvador Dali, den er im Museum of Modern Art im Januar des Jahres 1935 über surrealistische Gemälde und paranoische Bilder hielt, ist Teil des Austausches über das surrealistische Programm. Dali konzentrierte sich in seinem malerischen Schaffen vor allem auf Paranoia und Delirium, auf Fieberwahn, als Medien des Unbewussten mithilfe derer die Bilder aus dem Inneren des Malers auf die Leinwand transportiert wurden.

Was denkt ihr folglich, mit welcher Wissenschaft ist der Surrealismus verbunden, wenn er das Unbewusste in den Mittelpunkt rückt? Stichwort ist Sigmund Freud und seine Psychoanalyse, auf den Dali sich immer wieder in seinem Werk bezieht.Sein Bild einer Frau mit sechs Schubladen im Körper legt er praktisch zur Enträtselung Freud in die Hände. Nur er könne die Vorgänge des Unbewussten mithilfe seiner Psychoanalyse erklären, sie bildhaft darzustellen jedoch, das ist nur dem Surrealismus gelungen.

Autor: Klaus Euler

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Aquarellmalerei

Aquarellmalerei ist eine recht alte Maltechnik. Ihr Name stammt vom lateinischen Wort „aqua“, zu Deutsch „Wasser“. Aquarellmalerei lässt sich bis ins 9. Jahrhundert n. Chr. zurückverfolgen. Den Durchbruch als anerkannte Maltechnik erfuhr die Aquarellmalerei allerdings erst im 19. Jahrhundert, als englische Maler wie William Turner das Malen mit wasserlöslichen Farben in bisher unbekannter Professionalität weiterentwickelten.

Aquarell von W. Turner

Aquarell von W. Turner

Bei der Aquarellmalerei werden nicht deckende Farben, die sich aus Gummi arabicum und Farbpigmenten zusammensetzt, in verhältnismäßig viel Wasser angelöst und auf den Malgrund aufgebracht. Die wichtigsten Farben sind für Aquarellkünstler die Primärfarben. In jedem gut sortierten Aquarell-Malkasten finden sich Farbzwischentöne. Farbmischungen erzielt der professionelle Aquarellmaler aber vorzugsweise durch Überlagerungen verschiedener Farben auf dem Papier. Mischung der Farben untereinander im Farbkasten ist zwar möglich, allerdings verliert die vorgemischte Farbe auf dem Papier merklich an Brillanz. Die Deckkraft der aufgetragenen Farbe wird maßgeblich durch die zur Lösung verwendete Wassermenge bestimmt. Die Farbe Weiß gibt es nicht in der Aquarellmalerei. Weiße Areale in Aquarellmotiven können nur durch Freilassen des Malgrundes von jeglicher Farbe erzielt werden.

Mit weichen Pinseln, vorzugsweise aus Marderhaar, wird die Aquarellfarbe auf spezielles Aquarellpapier aufgetragen. Aquarellpapier ist dick (180-400g), saugfähig und wellt auch bei Durchfeuchtung mit Wasser nicht dauerhaft. Farbe kann darauf in einzelnen oder mehreren, zwischenzeitlich durchtrocknenden Schichten über- und nebeneinander aufgetragen werden. Bei dieser Technik, „Lasieren“ genannt, entstehen klar gegeneinander abgegrenzte Farbareale und Motivdetails. Durch Lasieren können Farben direkt auf dem Papier gemischt oder ein Einzelfarbton detailgenau in der gewünschten Intensität vertieft werden. Das Verziehen einer Farbe mit einem nassen Pinsel über die Blattfläche in unterschiedlicher Farbintensität oder ein „Nass-in-Nass“-Auftragen verschiedener Farben nennt man „Lavieren“. Dabei entstehen sanfte Farbverläufe oder weich ineinander übergehende Farbspiele, deren Verlauf vom Künstler nicht immer kontrollierbar ist. Durch den unkontrollierten Farbverlauf entstehen zuweilen aber schöne und interessante Bildmotive.

Ungewünschte Effekte lassen sich bei der Aquarellmalerei nur schwer beheben, da ein Übermalen der lasierenden Farben nicht möglich ist. In begrenztem Maß lässt sich falsch aufgelegte Farbe nach erneutem Anfeuchten mit einem Tuch vom Malgrund abnehmen oder in trockener Form vorsichtig abschaben. Beide Korekturtechniken kann der Aquarellmaler auch gezielt einsetzen.

Die Aquarellmalerei kann durch Zeichnungselemente, wie z. B. Vorzeichnungen oder spätere Strukturierung mit Tusche, Kohle oder Bleistift, ergänzt werden. Mit Hilfe von Aquarell-Stiften können Konturen verstärkt oder geschärft werden.

Je nach Farbeinsatz, Zielsetzung und Können entstehen bei der Aquarellmalerei brillante und je nach Technik auch realistisch anmutende Motive, mit deren farblicher Leichtigkeit kaum eine andere Maltechnik mithalten kann.

Auch Picasso hat sich mal an Aquarallen probiert, ein wenig Tusche hat er dennoch dazu kombiniert.

Nu Jaune von Picasso

Nu Jaune von Picasso