Rückblick: Winterlandschaften

Heutzutage betreiben weitaus mehr Menschen Hobbymalerei als früher. Einer der Gründe ist, dass wir mehr Freizeit haben. Ein anderer, dass es heute so viele Anleitungsbücher und Malkurse gibt wie nie zuvor. Qualifizierte Lehrer an Volkshochschulen – oft Künstler, die sich über einen regelmäßigen Verdienst freuen – bringen einem die Materie bei. Oder sie lassen einen vor sich hin malen und korrigieren Fehler im Gespräch. Da ich, Klaus Euler, mich auch ein wenig in der Kategorie sehe, will ich auch gerne mal ein wenig über ein paar bekannte Schwierigkeiten sprechen, denen man sich beim Hobby der Malerei das ein oder andere Mal gegenüber gestellt sieht. Ich blicke dabei einmal zurück in den Winter, der nun ja auch noch gar nicht so lange vorbei ist……..

Probleme von Winterlandschaften

Winterlandschaften haben ihre Schwierigkeiten, gleich, ob man sie in Aquarelltechnik, Acryl oder Öl anlegt. Eines der Hauptprobleme ist, dass es vielen Motiven an Kontrasten und farblichen Impulsen mangelt. Man sollte bei der Motivwahl darauf achten, dass man mindestens einen farblichen Kontrast im Bild hat. Rote Skier, die in einer Schneewehe stecken, oder ein braunes Haus mit roten Fensterläden verdeutlichen, was gemeint ist. Düstere Impressionen böte ein braunes Holzhaus unter schneebedeckten Tannen. Die Frage an den Malenden ist beispielsweise, ob das Haus oder die schwer am Schnee tragenden Tannen im Mittelpunkt stehen sollen – oder der Schnee an sich. Eine andere Frage ist welchen Bildausschnitt man wählen soll: Einen nahen oder einen, der den Blick des Betrachters in die Weite führt. Wer solche Probleme nicht haben möchte oder sie nicht lösen kann, kann seine Winterlandschaften im Verfahren „Malen nach Zahlen“ anfertigen. Das mag manchem lächerlich vorkommen, aber es trainiert den Blick. Schnee besteht nämlich beim Malen nicht aus einem Weiß-Ton, sondern aus vielen bläulichen und gelblichen Schattierungen von Weiß. Benutzt werden vor allem kalte Farben.

Im heimeligen Maler-Stübchen

Kaum je wird man erleben, dass ein Maler eine Winterlandschaft draußen malt. Sowohl Acrylfarben als auch Ölfarben mögen Kälte gar nicht. Ihre Maleigenschaften sind dann schlechter. Es bleibt einem nichts übrig, als entweder auf Aquarellfarben oder Malkreiden umzusteigen oder das Motiv zu Hause aus der Erinnerung zu malen. Die andere Alternative ist, auf Spaziergängen geeignete Motive zu fotografieren und sie dann als Vorlage für das Bild zu wählen. Oftmals sind aber Störfaktoren vorhanden, die in der Natur zwar real existieren, den Bildfluss einer gemalten Winterlandschaft aber stören. Beispielsweise parkt vor einem idyllischen Haus ein abgewrackter Lieferwagen. Den sollte man tunlichst weglassen, es sei denn, er soll das eigentliche Thema sein. Wie man die Komposition anlegt und was man thematisiert, ist also sehr variabel. In diesem Punkt stellt eine Winterlandschaft einen bezüglich Thema, Blicklenkung, Perspektive und Komposition vor die gleichen Probleme wie eine Sommerlandschaft. Wer aquarellieren kann, erzeugt übrigens durch nicht bemalte Stellen die Imagination von Schnee.

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