Klaus Eulers Tipps: Leinwand-Qualitäten

Leinwand ist einer der beliebtesten Untergründe in der Malerei und schon seit vielen Jahrhunderten in Gebrauch. Prinzipiell würde sich auch fast jedes andere textile Material als Maluntergrund eignen, doch hat sich Leinwand aufgrund ihrer Gewebestruktur (A.d.R: Auch die Erfahrung von Klaus Euler ;-)) dafür als am besten geeignet erwiesen.
Eben jene Struktur hat einen nicht unerheblichen Einfluss auf die künstlerische und gestalterische Wirkung eines Gemäldes. Im Laufe der verschiedenen Kunstepochen wurden immer wieder andere Leinwände bevorzugt.
Die ältere Kunst bediente sich oft gröberer Untergründe, die aus Hanffasern hergestellt wurden. Bei diesen Stoffen mussten die Knoten, die in jedem handgewebten Leinen vorhanden sind, vor der weiteren Bearbeitung mittels eines Hammers flach geschlagen werden. Solch ein Gewebe wurde auch mehrmals vorgeleimt und immer wieder abgeschliffen, um eine möglichst glatte Oberfläche zu erzielen. Diese Vorarbeiten erscheinen recht mühselig, sind jedoch im Ergebnis die Vorbedingung und Grundlage für den besonderen Schimmer und die Lebendigkeit, die die alten Gemälde noch heute ausstrahlen.Mit der fortschreitenden Industrialisierung fanden immer mehr maschinell gewebte Baumwollstoffe Verbreitung. Viele Maler der Neuzeit kehrten jedoch wieder zu den handgewebten Hanfstoffen zurück und entdeckten ihre künstlerischen Gestaltungsmöglichkeiten neu.

Wenn man selbst Hobbymaler ist, dann sollte man den Untergrund, sprich die Leinwand für das geplante Bild ebenfalls sehr sorgfältig auswählen, denn für jeden Farbe oder Maltechnik eignet sich ein anderer Untergrund am besten.

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Beim Kauf sollte man zuallererst darauf achten, dass der Leinwand Informationen über den Stoff an sich und die benötigte Grundierung beiliegen. Der Maluntergrund sollte grundsätzlich aus nur aus einem einzigen Rohstoff gearbeitet worden sein und nicht aus einem Mischgewebe bestehen, denn die aus einem einzigen Material hergestellten Stoffe sind weniger anfällig für Verziehen bei Feuchtigkeits- und Temperaturschwankungen.
Als qualitativ hochwertiges Leinwandmuster gilt die Leinwandbindung, das heißt, die Fäden sind in Kreuzform gegeneinander verwebt worden. Bei dieser Gewebeformform entsteht beim Spannen der Leinwand auf den Rahmen ein ebenmäßiges Spannungsverhältnis.
Ein diagonales Gewebemuster könnte die Ursache für ein Verziehen der Leinwand sein, wenn sie feucht oder nass durch den Farbauftrag wird. Die Vorgrundierung sollte nicht zu spröde und hart sein und sich bei Berührung nicht einfärben.Im Allgemeinen sind Leinen oder Baumwolle am gebräuchlichsten als Maluntergrund, wobei Leinen edler und pompöser wirkt.
Leinenstoffe aus Belgien sind für ihre gute Qualität bekannt. Ein guter Leinenstoff ist von geschmeidiger Oberfläche und ohne Webfehler. Da Baumwolle preisgünstiger ist, wird sie auch gerne gekauft. Ein guter Baumwollstoff sollte jedoch ebenfalls keine Webfehler oder Verunreinigungen aufweisen. Sehr dehnbare Baumwollstoffe sind zu vermeiden, da sie sich leicht verziehen.

Die Wahl der geeigneten Stoffstruktur richtet sich nach der beabsichtigten Bildwirkung.
Gröbere Leinwände passen hervorragend zu gröberen, pastösen Malereien. Lasierende Maltechniken und Fotomotiven verlangen nach einem feineren Maluntergrund. Grobe Leinwand eignet sich gut für spontane und wirkungsvolle Pinselstriche, da die Stoffstruktur das ihrige tut und zur Wirkung des Bildes beiträgt. Bei glatten Leinwänden ist jeder Pinselstrich und jede Feinheit deutlich sichtbar.

Klaus Euler Fazit: Einerlei, welchen Maluntergrund man benutzen möchte, am wichtigsten ist der Spaß und die Freude am Kreativsein.

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